Verband der Deutschen Aussenwirtschaft

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Investor-Relations-Arbeit im Mittelstand PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 19 June 2019 02:47
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Nachhaltigkeitsbericht gewinnt an Bedeutung – Konferenzen weiterhin bliebt

In den Fokus von Investoren zu kommen und zu bleiben ist aufgrund der Vielzahl von Investmentmöglichkeiten am Kapitalmarkt eine nachhaltige Herausforderung für die IR-Abteilungen börsennotierter Unternehmen. Gerade für mittelständische börsennotierte Unternehmen ist die Investor-Relations-Arbeit deshalb mit Blick auf die Umsetzung einer erfolgreichen Kapitalmarktstrategie von essenzieller Bedeutung. Eine aktuelle Studie zeigt, worauf es in der IR-Arbeit von heute ankommt.

Seit 2007 befragen wir jährlich den deutschen börsennotierten Mittelstand zu seiner IR-Arbeit und den dabei verwendeten Instrumenten. Die diesjährige Umfrage, die im Zeitraum von März bis Mai 2019 vorgenommen wurde, aktualisiert die Befragungen aus den Jahren 2007 bis 2018.

IR-Arbeit bleibt auch 2019 im eigenen Haus

Wie bereits in den Vorjahren wird die IR-Arbeit hauptsächlich inhouse betrieben. In 67% der Unternehmen liegt die Zuständigkeit bei einem hauseigenen IR-Mitarbeiter oder einer IR-Abteilung (Vorjahr: 53%). Ein Drittel der Vorstände (28%) nimmt diese wichtige Aufgabe selbst wahr (Vorjahr: 34%); nur ca. 5% der befragten mittelständischen Unternehmen nutzen das Know-how eines externen IR-Dienstleisters (Vorjahr: 13%).

IR-Budgets sollen bei 24% der Unternehmen steigen

Die IR-Budgets sollen laut Umfrage zwar bei der Mehrheit der Unternehmen konstant bleiben, so die Aussage von 67% der Befragten (Vorjahr: 70%). Zudem planen aber 24% der Unternehmen weitere Steigerungen (28%). 10% (Vorjahr: 2%) der befragten Unternehmen planen eine Senkung der Budgets und damit eine Einsparung der IR-Ausgaben. In die Investorenarbeit wird damit weiterhin investiert und die Ausgaben bleiben auf hohem Niveau. Bei 10% der Befragten liegt das IR-Budget bei über 500.000 EUR, bei 8% sogar oberhalb der 1 Mio. EUR.

Analysten und institutionelle Investoren im Zentrum

Analysten und institutionelle Investoren stehen gemäß unserer Umfrage weiterhin im Zentrum der IR-Arbeit: Die beiden Zielgruppen wurden von 92% bzw. 90% der Befragten als äußerst wichtig eingestuft. Eine negative Tendenz hat sich hingegen bei der Zielgruppe der Journalisten hinsichtlich der Bedeutungseinschätzung ergeben – hier ist der Umfragewert von 76% auf 66% gefallen.

Die IR-Zielgruppe „private Investoren“ hat in der aktuellen Umfrage einen identischen Wert zum Vorjahr mit 74%. (Einschätzung: „wichtig“).

Konferenzen und One-on-one-Meetings wichtigste IR-Instrumente

Investoren- bzw. Analystenkonferenzen sowie organisierte One-on-one-Meetings auf Konferenzen haben auch in unserer IR-Umfrage 2019 erneut ihre Top-Position behauptet und sind in diesem Jahr wieder die beliebtesten IR-Instrumente des deutschen börsennotierten Mittelstands. Diese wurden beide von 86% bzw. 92% (Vorjahr: 89% bzw. 88%) der IR-Verantwortlichen als „wichtig bis hin zu sehr wichtig“ eingestuft und erzielen damit Spitzenwerte.

Nationale Roadshows, die also in Deutschland stattfinden, wurden von 80% der Befragten (Vorjahr: 77%) als wichtig eingestuft. Webpräsentationen sind mit 54% genau identisch zum Vorjahr. Telefonkonferenzen sind mit 72% ebenfalls sehr nah am Ergebnis 2018 (Vorjahr: 73%). Das Thema Nachhaltigkeitsbericht gewinnt stark an Bedeutung, so wird dieser hinsichtlich der „zukünftigen Bedeutung“ von 46% der Befragten als „wichtig bis hin zu sehr wichtig“ bewertet. Im Vorjahr belief sich diese Zahl auf nur 24%.

 
Mittelstand kämpft gegen große Finanzierungslücke PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 19 June 2019 02:44
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Vor allem Unternehmen mit schlechterer Bonität ringen immer mehr um nötige Bankkredite. Laut einer Studie klafft derzeit eine Finanzierungslücke in Europa von rund 400 Milliarden Euro. KMU-Kreditfonds könnten helfen.

Wie der Kreditversicherer Euler Hermes in einer aktuellen Studie herausfand, verteuern Bankregulierungen wie Basel III oder Umsetzung von Basel IV die Finanzierungskosten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit unterdurchschnittlicher Kreditwürdigkeit. Wie das Unternehmen zusammen mit Trib Rating, einer Gruppen-Tochter, und der Ratingagentur Moody's ermittelt hat, fehlen dem Mittelstand in Europa aktuell 400 Milliarden Euro für Investitionen, Innovationen und Expansion.

Mindest-Kapitalanforderungen steigen

Mit der strengeren Bankenregulierung steigen demzufolge etwa die Mindest-Kapitalanforderungen von acht auf 10,5 Prozent. "Dies könnte zu einem Anstieg der Finanzierungskosten um schätzungsweise mehr als 100 Basispunkte führen, das ist über ein Prozent", so Kai Gerdes, Direktor Analyse bei Euler Hermes Rating. "Das bringt viele dieser Unternehmen unter Zugzwang, denn europäische Mittelständler sind mit 70 Prozent besonders stark von einer Bankenfinanzierung abhängig."

Auch der KMU-Unterstützungsfaktor hilft den Unternehmen laut Analyse nur wenig. Er wurde 2013 eingeführt, um die Eigenmittelvorschriften der Banken für das Kreditrisiko von Risikopositionen gegenüber KMUs zu erleichtern. Allerdings greift er nur bei kleineren Krediten unterhalb der Grenze von 1,5 Millionen Euro. In der Eurozone insgesamt entfielen nur etwa 30 Prozent aller neu vergebenen Kredite in diese Kategorie. In Deutschland seien es gar nur 18 Prozent. Hoffnungen soll die "EU Capital Markets Union" (CMU) machen, eine Initiative der Europäischen Union zur ausreichenden Finanzierung des europäischen Mittelstands. Diese soll bis Oktober 2019 vollständig umgesetzt sein. Doch glauben die Studien-Experten nicht an eine schnelle Wirkung der Maßnahmen.

Kreditfonds als Finanzierungsalternative

Sie gehen vielemehr davon aus, dass alternative Finanzierungsformen weiter in den Fokus der KMU rücken. Hierzu gehörten unter anderem alternative Investmentfonds. "Gerade KMU sind für Investoren sehr attraktiv, auch wenn sie wesentlich höhere und komplexere Kreditrisiken als multinationale Unternehmen haben", sagt die Analyse. Auch private Investoren könnten sich stärker für den Mittelstand interessieren. Bei einer Sparrate von 12,1 Prozent in Europa stünden etwa 860 Milliarden Euro Kapital pro Jahr zur Verfügung, von denen rund 30 Prozent in Wertpapiere fließen. Ein Viertel dieser Summe in Kreditfonds für KMU angelegt, würde laut Studien-Experten einen Teil der Finanzierungslücke schließen.

 
Studie: Beinahe jeder Mittelständler mit Personalproblemen PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Monday, 10 June 2019 01:46
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Fachkräftemangel sorgt laut einer aktuellen Studie bei fast jedem mittelständischen Unternehmen für Kopfzerbrechen. Rund 96 Prozent der mittelständischen Betriebe klagten laut der Untersuchung "Mittelstand im Mittelpunkt" im Auftrag der genossenschaftlichen Banken, über die die "Welt am Sonntag" berichtet, über Probleme, Mitarbeiter zu finden. Lediglich drei Prozent der Firmen hätten demnach im Frühjahr keine Personalengpässe gespürt.

Das sei eine rapide Verschlechterung: Noch im Herbst hätten sechsmal so viele Unternehmen bei einer vergleichbaren Umfrage erklärt, dass ihnen die Suche nach Personal keine Probleme bereite, heißt es in der Studie weiter. Für die Untersuchung haben Ökonomen des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) eine Umfrage der DZ Bank unter 1.500 mittelständischen Unternehmen ausgewertet. "Der Fachkräftemangel beschäftigt den Mittelstand wie kein anderes Thema und erstreckt sich über alle Branchen und Regionen", sagte Uwe Berghaus, Firmenkundenvorstand der DZ Bank.

In Bezirken und Kreisen, in denen bereits de facto Vollbeschäftigung herrscht, sei die Personalnot naturgemäß besonders ausgeprägt. "Aber selbst in Regionen mit einer derzeit vielleicht noch etwas geringeren Betroffenheit, stellt der Fachkräftemangel aktuell die größte Bedrohung für die wirtschaftliche Entwicklung der mittelständischen Unternehmen dar", warnen die Autoren der Studie. Der Immobilien-Boom und steigende Mieten verschärften die Personalknappheit zusätzlich.

Beinahe jedes vierte befragte Unternehmen klage darüber, dass Wohnungsmangel und hohe Mieten die Anwerbung von Fachkräften erschweren. Unternehmen in Bayern seien besonders stark betroffen: Dort sagten 37 Prozent der befragten Unternehmen, dass der angespannte Immobilienmarkt Fachkräfte abschrecke, heißt es in der Studie, über die die "Welt am Sonntag" berichtet. Tatsächlich beobachteten auch Ökonomen, dass die gestiegenen Mieten Arbeitnehmer weniger mobil machen.

Wer auf der neuen Stelle zehn Prozent mehr verdienen kann, am neuen Arbeitsort aber 50 Prozent mehr Miete zahlen müsse - für den lohne sich der Jobwechsel kaum noch, heißt es in der Studie weiter.

 
FDP fürchtet "faule Kompromisse" bei Soli-Abschaffung PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Monday, 10 June 2019 01:50
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die FDP hat die Vorsitzenden von CDU und CSU, Annegret Kramp-Karrenbauer und Markus Söder, aufgefordert, eine Komplettabschaffung des Solidaritätszuschlags durchzusetzen. Die komplette Soli-Abschaffung habe die Union versprochen: "Frau Kramp-Karrenbauer und Herr Söder müssen Wort halten und liefern", sagte der Vizechef der Liberalen im Bundestag, Michael Theurer, dem "Handelsblatt". Der Soli müsse endlich ganz wegfallen und damit auch für Mittelstand, Handwerk und Leistungsträger.

"Noch mehr faule Kompromisse darf es nicht geben." Mit Blick auf ein Gutachten des Bundesrechnungshofs zum Soli fügte Theurer hinzu: Hätte es noch eines weiteren Beweises für eine vollständige Abschaffung bedurft, "dann hat der Bundesrechnungshof diesen mit seiner verfassungsrechtlichen Mahnung und Warnung vor ansonsten drohenden milliardenschweren Rückzahlungen geliefert".

 
Handwerk: Der Mittelstand bietet viele Chancen PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Monday, 10 June 2019 01:43
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Schulabgänger orientieren sich bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oft an Großbetrieben. Dabei bietet der Mittelstand viele Chancen, sagt Metallbaumeister Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam. Auch bei kleineren Betrieben würden die Aufgaben anspruchsvoller.

Potsdam. Brandenburg ist ein Land des Mittelstands. Fast alle Betriebe im Land sind kleine und mittlere Unternehmen, die meist vom Inhaber selbst geführt werden. Jugendliche auf Lehrstellensuche landen daher hierzulande auch nur selten bei Großkonzernen. Das muss kein Nachteil sein, betont Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam. Wüst leitet selbst einen Metallbaubetrieb in Pritzwalk (Prignitz) mit derzeit acht Beschäftigten und einem Azubi.

Krisenfest und viele Möglichkeiten

Wüst kann gleich eine ganze Reihe von Punkten nennen, die für eine Ausbildung in einem mittelständischen Unternehmen sprechen. Der wichtigste: Am Ende winkt meist ein weitgehend krisenfester Arbeitsplatz mit vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten. „Kleine und mittlere Unternehmen bilden für den eigenen Bedarf aus“, betont er. Deshalb übernehmen sie ihre Lehrlinge auch in aller Regel – und behalten sie auf Dauer. „Zu 90 Prozent bleiben die Leute für ihr Berufsleben“, berichtet der Metallbaumeister aus der Erfahrung im eigenen Betrieb.

Das bedeutet aber nicht etwa, dass es keine Veränderungen im Job gibt. Je kleiner der Betrieb, desto vielfältiger sind mitunter die Aufgaben. Die Metallbaufirma Wüst produziert handwerklich Tore, Geländer oder Treppen aus Metall und installiert sie vor Ort. Die Monteure haben auf der Baustelle immer direkten Kundenkontakt. Sie müssen in der Lage sein, selbstständig Probleme zu lösen. Und sie haben eine wachsende Zahl von Aufgaben. „Zäune und Tore sind per Fernbedienung steuerbar und oft in ein Smart-Home-System eingebunden“, erklärt der Handwerksmeister ein Beispiel. Die Steuerung erfolgt dann meist über ein sogenanntes KNX-System, das die Datenleitung bei der Gebäudeautomation übernimmt. Entsprechende Kurse gibt es bei der Handwerkskammer Potsdam, im Betrieb werden sie auch in internen Schulungen weitergegeben.

Chance auf Meisterausbildung

Solche Weiterbildungen sind anspruchsvoll, aber sie garantieren, dass die Beschäftigten auf der Höhe der Zeit blieben. Im Handwerk gibt es einen weiteren Anreiz: Jeder Geselle hat die Chance, die Meisterausbildung zu machen. „Die Zeiten waren noch nie so günstig, sich auf die Selbstständigkeit vorzubereiten“, sagt Robert Wüst. Vor allem gebe es sehr viele Firmenchefs, die ins Rentenalter vorrückten und händeringend nach einem Nachfolger suchten. Aber nicht nur im Handwerk, auch in anderen Betrieben des Mittelstands sind die Wege kurz zur Chefetage. Das gelte auch noch in Betrieben mit 100 oder 200 Beschäftigten, bekräftigt Wüst.

In Regionen wie der Prignitz sind Mittelständler ohnehin oft die einzigen Betriebe vor Ort. Wer bleiben will, kommt an den kleinen und mittleren Betrieben nicht vorbei. Häufig bieten sie zudem ein familiäres Umfeld. „Man kennt sich und hilft sich“, sagt Robert Wüst. So lassen sich die Anforderungen von Familie und Beruf oft besser vereinbaren. Und ohne die Einbindung in die örtlichen Netzwerke geht es auch für die Betriebe nicht. Über Schulen oder Sportvereine etwa kennt man sich und gewinnt so auch den Nachwuchs. Erster Schritt ist dann oft ein Praktikum, bevor ein junger Mensch sich für einen Ausbildungsplatz interessiert.

Verbunden mit ihrer Umgebung sind besonders Handwerker auch durch die Produkte ihrer Arbeit. „Mich macht es immer stolz, wenn ich mit den Kindern übers Land fahre und ihnen im Vorbeifahren zeigen kann: Das habe ich gebaut“, erzählt Metallbaumeister Wüst.

 
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