Verband der Deutschen Aussenwirtschaft

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Verband der Deutschen Aussenwirtschaft
Interesse deutscher Unternehmen an Geschäften in Afrika wächst PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 07 August 2019 02:57
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Interesse deutscher Unternehmen an Geschäften in Afrika wächst. "In den ersten fünf Monaten diesen Jahres ist der deutsch-afrikanische Handel im Vorjahresvergleich um kräftige 12,7 Prozent gestiegen. Damit wachsen die Märkte in Afrika weiterhin überdurchschnittlich im weltweiten Vergleich", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Wansleben fügte hinzu, deutsche Firmen seien "sehr an Geschäftsmöglichkeiten auf dem afrikanischen Kontinent interessiert". Angaben des DIHK zufolge will gut jedes zweite deutsche Unternehmen sein Engagement in Afrika verstärken. Laut dem jüngsten AHK World Business Outlook wollen 52 Prozent der befragten deutschen Firmen auf dem Nachbarkontinent mehr investieren - das sind rund acht Prozentpunkte mehr als im Herbst 2018. Wansleben erwartet, "dass die Wirtschaftsleistung Afrikas in den Jahren 2019 und 2020 mit knapp vier Prozent kontinuierlich stärker wachsen wird als die Weltwirtschaft".

Auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) berichtet mit Blick auf mögliche Geschäfte in Afrika von einer "großen Nachfrage" deutscher Firmen nach Beratung. "Wir registrieren steigendes Interesse deutscher Mittelständler an afrikanischen Märkten. Auf der Suche nach zuverlässigen Partnern für das Afrikageschäft wenden sie sich aktiv an den BVMW", heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes auf Anfrage der NOZ. Besonders gefragt sei die direkte Kontaktvermittlung an Partner vor Ort, die die Märkte kennen und Interesse an geschäftlicher Zusammenarbeit haben.

Im Oktober 2018 hat der BVMW das Netzwerk "Mittelstandsallianz Afrika" ins Leben gerufen. Inzwischen arbeitet der Verband mit lokalen Partnern in Ägypten, Kamerun, Senegal, Gambia, Nigeria, Elfenbeinküste, Kenia, Mauritius, Marokko sowie Niger, Tansania und Ghana zusammen. Gemeinsam mit afrikanischen Mittelstandsverbänden wolle man "ein Netzwerk des Vertrauens schaffen, das unseren Mitgliedern hilft, Afrika besser zu verstehen, Chancen zu erkennen und die richtigen Partner für ihre Geschäfte zu finden", sagte Mittelstandspräsident Mario Ohoven der Zeitung.

 
Wirtschaft und Opposition machen Druck in der Digitalpolitik PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 07 August 2019 02:56
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Aus Opposition und Wirtschaft wächst der Druck auf die Regierung, rund ein Jahr nach dem ersten Zusammenkommen des Digitalkabinetts Ergebnisse vorzuweisen. "Unzählige Kommissionen, Räte und Expertenkreise schaffen keinen stimmigen Gesamtplan", sagte Iris Plöger, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben). "Die Bundesregierung muss endlich liefern."

So brauche die Wirtschaft schnellstmöglich Klarheit und Rechtssicherheit im Umgang mit Daten und Algorithmen, so Plöger weiter. Auch das Thema E-Government habe erhebliches Potenzial, das Leben von Bürgern und Unternehmen zu entlasten und Milliarden zu sparen. "Dennoch steht die Bundesregierung auch hier nur an der Startlinie und hat sich noch nicht einmal in den Startblock begeben."

Auch beim Breitband-Ausbau müsse investiert werden, forderte die BDI-Vertreterin. Positiv bewertete sie den Start von Rafael Laguna de la Vera als Chef der neugegründeten "Agentur für Sprunginnovation". "Uns läuft bei der Digitalisierung die Zeit davon", erklärte auch Manuel Höferlin, digitalpolitischer Sprecher der FDP, den Funke-Zeitungen.

"Die Große Koalition hat da eine hervorragende Analyse geliefert, was passieren muss, aber die Umsetzung fehlt", so Höferlin. Nicht einmal einheitliche Zahlen, wie viele Leute daran arbeiten, gebe es. Auch die Koordination im Kanzleramt funktioniere nicht, so der FDP-Politiker.

Kanzleramtsminister Helge Braun habe viele andere Dinge zu tun, der CDU-Politiker mache "Digitalminister im Nebenjob". Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) habe leider weder Gesetzgebungskompetenzen noch ausreichend Finanzmittel oder Personal, so Höferlin. "Jeder kocht sein eigenes Süppchen, und viele Projekte werden in der Ressortabstimmung zerrieben." Für viele der Projekte fehlten die Zeitpläne. Wenn es doch ein Zieldatum gebe, dann liege es in der nächsten oder sogar übernächsten Legislaturperiode. Auch Tabea Rößner, digitalpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, zeigte sich ernüchtert: "Viel angekündigt, kaum was umgesetzt", sagte sie den Funke-Zeitungen. Die Umsetzungsstrategie Digitalisierung der Bundesregierung sei "eine Enttäuschung und ein leidenschafts- und visionsloser Flickenteppich" und füge sich damit in das Gesamtbild der Digitalpolitik der Bundesregierung ein. "An jeder Stelle wird zu kurz gesprungen", so Rößner. Das Digitalkabinetts sei ein guter Ansatz gewesen, in Rheinland-Pfalz funktioniere ein solches schon seit mehreren Jahren gut. Nötig sei aber "eine stringente und visionäre Koordination". Vielleicht, so Rößner weiter, könne ein Digitalministerium "unter einer ambitionierten Leitung" doch mehr bewirken. Digitalstaatsministerin Bär sieht die Bundesregierung dagegen auf einem guten Weg. "Es kann mir natürlich fast nie schnell genug gehen", sagte die CSU-Politikerin den Funke-Zeitungen. "Insgesamt bin ich aber zufrieden mit dem Tempo, das wir alle gemeinsam in der Bundesregierung nun schon seit über einem Jahr auf die Straße bringen." Derzeit würden sehr viele Projekte systematisch in die Umsetzung gebracht. "Das ist ein großer Fortschritt gegenüber vorherigen Legislaturperioden", erklärte Bär. Konkret auf den Weg gebracht seien etwa der Digitalpakt Schule, ein Fonds für die digitale Infrastruktur, die Versteigerung der 5G-Frequenzen, KI-Trainer für den deutschen Mittelstand, der Aufbau von neuen KI-Professuren sowie das digitale Versorgungs-Gesetz im Gesundheitsbereich. "Diese Initiativen werden in den kommenden Jahren ihre volle Wirkung entfalten und die Digitalisierung unseres Landes entscheidend nach vorne bringen."

 
So kann der Mittelstand Großkonzerne schlagen PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 31 July 2019 01:14
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Der Mittelstand sieht den Fachkräftemangel als sein schwerwiegenstes Problem, über 80 Prozent der KMU macht sich deshalb Sorgen. Das belegt eine aktuelle Studie von BVR und DZ Bank. Tipps, wie der Mittelstand sogar Großkonzernen im Recruiting zuvorkommt, gibt Konstantin Janusch.

1. Mittelstand-Stärken klar kommunizieren

Klingt banal, ist aber essenziell: Wir erleben immer wieder, dass der Mittelstand die Vorteile, die sie ihren Mitarbeitern gegenüber Großkonzernen bieten, gar nicht bewusst sind. Diese Vorteile machen Stellenanzeigen für Bewerber aber erst wirklich attraktiv! Neben den individuellen Vorzügen, die jedes Unternehmen hat, gehören dazu in der Regel folgende Aspekte:

Schnelle Entscheidungswege dank flacher Hierarchien
Vielfältige Aufgaben – man kann etwas bewegen
Wer gut ist, wird gesehen
Von Hire-and-Fire kann auch in Krisenzeiten keine Rede sein, da jeder Mitarbeiter

2. Auf Mobile Recruiting setzen

Wenn KMU auf Mobile Recruiting setzen, erreicht der Mittelstand damit Handy-affine Bewerber, für die Großkonzerne keine mobilen Bewerbungswege bieten. Das diese Chance real ist, zeigt eine Studie der Personalmarketing-Agentur Wollmilchsau von 2018. Die Analyse der Karriereangebote der 160 im DAX notierten Unternehmen ergab, dass nur 39 Prozent der Großkonzerne eine Bewerbung über das Mobiltelefon zulassen. Die – gerade für Handybewerbungen attraktive – One-Klick-Bewerbung bieten dabei nur 17 Prozent (über XING) beziehungsweise 20 Prozent (über LinkedIn) der Großkonzerne. Bieten KMU interessierten Kandidaten also einen mobil optimierten Bewerbungsprozess, können sie Bewerber gewinnen, die einen unkomplizierten und schnellen Einstieg in den Bewerbungsprozess schätzen.

3. Google for Jobs nutzen

Kostenlos ganz weit oben bei Google mit seiner Stellenanzeige auftauchen – diese Möglichkeit bietet aktuell Google for Jobs allen Unternehmen gleichermaßen. An der optimalen Anpassung ihrer Stellenanzeigen knabbern nach einer Auswertung von Henner Knabenreich noch einige Großkonzerne. Deshalb rate ich dem Mittelstand dringend, den Google-Service für sich zu nutzen. Dafür müssen Unternehmen im Mittelstand entweder Ihre Recrutingwebsites anpassen oder sie gehen den Weg über eine Jobbörse. Dabei ist wichtig, dass dort die Stellen aktiv an Google übergeben werden und bei der Übergabe auf einen gut strukturierten und formatierten Fließtext geachtet wird, da sonst die Leserfreundlichkeit verloren geht. Wer hier vorne mit dabei ist, hat klare Vorteile, da viele Jobsuchende ihre Stellensuche über Google strarten und dort die blaue Job-Box von Google for Jobs die höchste Sichtbarkeit hat.

4. Wechselwillige Kandidaten ansprechen

Derzeit sind in Deutschland ca. 14,5 Mio. Erwerbstätige aktiv auf Jobsuche. Weitere rund 14 Mio. Kandidaten sind zwar offen für einen neuen Job, suchen aber nicht aktiv. Klassische Stellenanzeigen erreichen diesen riesigen Pool „passiv suchender Erwerbstätiger“ oder „wechselwilliger Kandidaten“ schlichtweg nicht.

Ein Lösungsansatz für diese Gruppe bieten Headhunter. Wem das zu teuer ist, der sollte einmal über Performance-Marketing nachdenken. Dabei werden offene Positionen im Corporate Design des jeweiligen Unternehmens – zum Beispiel als Banner – millionenfach an relevante Zielgruppen über Webseiten, soziale Netzwerke und Apps beworben. Die starke Branding-Wirkung wirkt sich positiv aufs Image von Unternehmen im Mittelstand aus und zahlt unserer Erfahrung nach wiederum positiv auf die Bewerbungseingänge ein.

5. Fazit für den Mittelstand

Wenn Personalverantwortliche nur Tipp zwei oder Tipp drei berücksichtigen, macht das das Recruiting ihres Unternehmens im Mittelstand bereits besser als das Recruiting von über 60 Prozent der DAX Konzerne – aus meiner Sicht eine Chance, die es sich zu ergreifen lohnt.

 
Die Liebe der Deutschen zum Mittelstand PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 07 August 2019 02:51
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Die meisten Fachkräfte ziehen kleine Firmen großen Konzernen vor. Dafür nehmen sie sogar finanzielle Einbußen in Kauf. Die begehrten Unternehmen punkten mit Standort und Sinnhaftigkeit. Besonders eine Gruppe wird angezogen.

Die Magie ihrer Marke katapultiert Weltkonzerne regelmäßig auf die vorderen Plätze in Arbeitgeber-Rankings, sei es SAP, Daimler oder Siemens. Doch für das Gros der deutschen Fachkräfte ist ein Job bei einem Konzern mit Zehntausenden Mitarbeitern gar nicht das Ziel. Das zeigt jetzt eine Auswertung der Online-Jobplattform Stepstone (gehört wie WELT zur Axel Springer SE). Übergreifend betrachtet sind demnach kleinere Arbeitgeber bei gut Ausgebildeten sogar beliebter.

Für 59 Prozent der Wirtschaftswissenschaftler, Ingenieure und Techniker in Deutschland sind Mittelständler der Auswertung zufolge die erste Wahl, nur 13 Prozent wollen lieber bei einem Großkonzern anheuern.

Den Fachkräften kommt dabei die dezentrale Struktur der deutschen Wirtschaft zugute: Anders als in zentralistischen Ländern wie Frankreich müssen Talente nicht unbedingt in die eine Metropole ziehen, um die Chance auf eine lukrative Stelle zu haben. Bei internationalen Unternehmen sind die Gehälter zwar höher, dafür haben kleine und mittlere Unternehmen aus Sicht der gut Qualifizierten andere Stärken – gerade auch mit Blick auf die Work-Life-Balance. Die Auswertung, die auf dem Stepstone-Mittelstandsreport basiert und für die mehr als 22.000 Fach- und Führungskräfte in Deutschland befragt wurden, lag WELT vorab vor.

Mittelständler stellen etwa 99 Prozent aller Unternehmen und stehen für 58 Prozent der Jobs in Deutschland, wie Daten des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn zeigen. Tendenziell wollen damit sogar mehr qualifizierte Arbeiternehmer bei einem kleineren oder mittleren Unternehmen (KMU) arbeiten, als dort tatsächlich beschäftigt sind.

Noch aufschlussreicher ist eine andere Zahl: Gut drei Viertel (76 Prozent) der Fachkräfte, die bei einem Mittelständler ihr Geld verdienen, möchten der Stepstone-Auswertung zufolge auch in Zukunft im Mittelstand beschäftigt sein. Nur jeder Zwanzigste (fünf Prozent) spielt mit dem Gedanken, zu einen Großkonzern zu wechseln.

Was macht aus Arbeitnehmersicht den Reiz der Mittelstandes aus? Laut Stepstone schätzen die Beschäftigten an kleineren und mittleren Unternehmen vor allem die familiäre Atmosphäre. Dazu kommen die flache Hierarchie und der individuelle Gestaltungsspielraum, der als größer wahrgenommen wird als bei einem Multi.

„Der Mittelstand ist als Arbeitgeber besonders für Menschen attraktiv, die unmittelbar Ergebnisse ihrer Arbeit sehen und schnell Verantwortung übernehmen wollen“, sagt Anastasia Hermann, Personalexpertin und Head of Research bei Stepstone. „Für Fachkräfte, die ihren Traumjob suchen, sind diese Faktoren heute oft wichtiger als ein hohes Gehalt.“

Keine Furcht vor Provinzialität

Dagegen bevorzugen nur zwölf Prozent einen Job in einem Großkonzern mit über 5000 Angestellten. Eine im November 2018 durchgeführte Stepstone-Studie, für die rund 10.600 Fachkräfte befragt wurden, erbrachte, dass diese auch die Innovationskraft von Mittelständlern als positiv bewerten: 56 Prozent der Fachkräfte, die in einem kleinen oder mittleren Unternehmen beschäftigt sind, bewerten ihren Betrieb demnach als innovativ. Das ist ein ebenso hoher Wert wie bei Großunternehmen.

Furcht vor Provinzialität haben die Fachkräfte nicht. „Der Mittelstand in Deutschland ist unter anderem wegen seines enormen Innovationspotenzials vielfach Weltmarktführer“, sagt Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte bei Stepstone. Die Innovationskraft eines Unternehmens hänge nicht von der Größe ab, sondern davon, ob es die richtigen Mitarbeiter gewinnen und halten könne.

Als besonders innovativ gelten die sogenannten heimlichen Weltmarktführer, international als „Hidden Champions“ bekannt. Es handelt sich um größere Mittelständler mit mehr als 250 Mitarbeitern, die mit ihren Produkten global führend sind. Häufig sind sie im Maschinenbau, der Automobilzulieferbranche und in Bereich industrielle Dienstleistungen tätig. Da sie in der Regel keine Geschäfte mit Endkunden machen, sondern mit der Industrie, sind ihre Marken nicht so bekannt. Als Arbeitgeber können sie hingegen außerordentlich begehrt sein.

Besonders viele heimliche Weltmarktführer zählt Nordrhein-Westfalen, wo 322 derartige Firmen zu Hause sind. Es folgen Baden-Württemberg mit 302 und Bayern mit 229 „Hidden Champions“, wie aus einer Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. Auch Hessen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen sind nennenswerte Standorte. In den östlichen Bundesländern finden sich dagegen aus historischen Gründen weniger international operierende Mittelständler. Am meisten zählt dem IW zufolge Sachsen mit 20 versteckten Weltmarktführern.

Berufseinsteiger zieht es in den Mittelstand

Bundesweit haben sich der Stepstone-Auswertung zufolge schon mehr als vier von fünf Arbeitnehmern (81 Prozent) einmal bei einem kleineren oder mittleren Unternehmen beworben. In der Umfrage gaben sie vor allem den Standort als Grund für ihre Bewerbung an. „Oftmals ist die Auswahl an mittelständischen Arbeitgebern in Wohnortnähe größer als das Angebot an großen Arbeitgebern“, heißt es in der Studie. Aber auch der Wunsch, etwas Sinnvolles tun und sich nicht mit Hierarchien abzuplagen, zieht sie aus ihrer Sicht eher in den Mittelstand.

Wer sich noch nie bei einem kleineren Unternehmen beworben hat, begründet das vor allem mit finanziellen Aspekten. So vermeldet der Report: „38 Prozent von ihnen glauben, dass sie bei einem KMU weniger verdienen als in einem größeren Konzern. Fast ebenso viele meinen, es gäbe im Mittelstand weniger Zusatzleistungen wie Boni oder Weihnachtsgeld.“ Die Erwartung, dass kleinere Betriebe weniger Gehalt bieten als ein internationaler Multi, ist nicht aus der Luft gegriffen. Großunternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern versprechen laut Stepstone im Schnitt ein um 15 Prozent höheres Einkommen.

Vor allem Berufseinsteiger zieht es in den Mittelstand, aber auch Erfahrene: Besonders beliebt sind kleine und mittlere Unternehmen als Arbeitgeber der Umfrage zufolge bei jungen Fachkräften und solchen mit langjähriger Berufserfahrung: 42 Prozent der Studierenden wünschen sich als ersten Arbeitgeber nach dem Abschluss ein Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern, 24 Prozent präferieren ein mittelgroßes Unternehmen mit 100 bis 500 Angestellten.

Bei 31- bis 40-jährigen Arbeitnehmern ist die Anziehungskraft des Mittelstands dann etwas geringer, möglicherweise weil der Gehaltsaspekt in dieser Lebensphase stärker zum Tragen kommt. Mit zunehmender Berufserfahrung steigt sie aber wieder an.

 
KI bringt dem Mittelstand mehr Effizienz und Qualität PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 31 July 2019 01:12
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Selbstlernende Roboter und clevere Computerprogramme können heute viele Aufgaben in mittelständischen Unternehmen übernehmen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat deshalb das Wissenschaftsjahr der Künstlichen Intelligenz (KI) ausgerufen. Ein Thema, das auch und gerade den Mittelstand betrifft.

Auf KI basierende Chatroboter, die im Dialog kaum vom menschlichen Gesprächspartner zu unterscheiden sind, kennt Christian Wachter aus seinem Tätigkeitsfeld. Der Vorstand des Anbieters für digitales Lernen, IMC, beobachtet einen Trend zum „Conversational Learning“. Hier können Menschen einem Chatroboter Fragen stellen und erhalten Antworten sowie weiterführende Informationen zu einem Thema. Das Frage-Antwort-Spiel mit dem Automaten funktioniert bereits in der Kundenbetreuung zahlreicher Banken und Versicherungen sowie diverser Online-Einkaufsplattformen. Bei einigen Kunden hat IMC das Konversations-Lernen bereits ins Lernkonzept des Unternehmens einbinden können. „Bei der Weiterbildung genauso wie in der Kundenberatung nehmen Entwickler Rücksicht auf die Lebensgewohnheiten eines Menschen. Wer in der Freizeit schnell eine WhatsApp-Nachricht schickt, statt zu telefonieren, möchte das bei Geldgeschäften oder in der Weiterbildung ebenfalls tun“, erläutert Wachter. Deshalb bietet Wachter mit seinem Team im KI-Wissenschaftsjahr zahlreiche Aktionen und Inhalte, die auf das wichtige Thema aufmerksam machen. Die Technologie sei bereits weit entwickelt: In den meisten Fällen merken Nutzer den Unterschied zwischen einer künstlichen Intelligenz und einem menschlichen Berater nicht. Großer Vorteil für die Unternehmen, die Chatrobots einsetzen: Der Kundenservice funktioniert Tag und Nacht, sieben Tage die Woche. Nur bei besonders kniffligen Angelegenheiten oder Spezialfällen werden menschliche Mitarbeiter gefragt.

Wie in einem Kuhmagen geht es in Martin Schmidts Biogasanlagen zu. Der Technische Leiter bei Goffin Energy baut und vertreibt solche Anlagen, mit deren Hilfe Landwirte, Entsorger und Unternehmen Strom aus organischen Materialien gewinnen. Wie im Inneren der Paarhufer werden beispielsweise Gras oder Grünschnitt verdaut. Dabei kommt es auf ein bestimmtes Milieu an: PH-Wert, Temperatur, Bakterienzusammensetzung und viele weitere Faktoren spielen dabei eine Rolle, ob und wie viel Methangas erzeugt wird. Hier kommt die künstliche Intelligenz ins Spiel: Auf der Basis von in den vergangenen Jahren über viele Anlagen hinweg gewonnenen Daten kann der Algorithmus von Goffin Energy die wahrscheinliche Entwicklung des Milieus in einem Prozess-Tank vorausberechnen. „Füttert der Landwirt plötzlich anders, füllt sein Silo mit einer neuen Ernte, ist das Wetter besonders warm oder kalt, kann die künstliche Intelligenz voraussehen, wie sich das auf die Methan-Ausbeute auswirkt. Dann gibt das System Tipps, wie man Schwankungen ausgleicht oder ein Erliegen des „Verdauungsvorgangs“ verhindert wird“, sagt Schmidt. Erste Tests haben gezeigt: Die Software erhöht die Verfügbarkeit einer Anlage um zehn bis 15 Prozent im Jahr.

Auch in der Wissenschaft sieht man Nachholbedarf bei deutschen Firmen: „Die Crux bei den Firmen, die selbstlernende Algorithmen einsetzen möchten, ist ihre KI-Readiness“, konstatiert André Rauschert. Der Leiter des Fachbereiches digitale Geschäftsprozesse in der Fraunhofer Allianz Big Data AI beobachtet, dass oftmals der Zugang zu notwendigen Daten fehlt oder diese nicht passend aufbereitet sind. „Wir stehen manchmal vor Kellern voller Festplatten oder Dateien voller Bit-und-Byte-Kauderwelsch. Hier bedarf es aufwändiger Vorbereitungsmaßnahmen, bevor Modelle und KI-Methoden angewendet werden können“, so Rauschert. Er spricht gerne von einem Initialaufwand für die Firmen, der nicht zu unterschätzen ist. „KI wird bald ein entscheidender Wettbewerbsfaktor im Maschinenbau sein – zumindest für diejenigen Unternehmen, die sich tiefgründig mit dem Thema beschäftigen“, sagt Rauschert. In Zukunft werde Wertschöpfung immer mehr in Algorithmen liegen, die von Daten lernen.

 
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