Verband der Deutschen Aussenwirtschaft

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45 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Existenz bedroht PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 22 April 2020 02:02
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - 45 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland sind durch die Coronavirus-Pandemie in ihrer Existenz bedroht. Das zeigt eine Analyse der Mittelstandsberatung Munich Strategy, über die das "Handelsblatt" berichtet. Schon vor der Pandemie gehörten demnach 35 Prozent des Mittelstands zu den Low Performern.

"Die Coronakrise ist Auslöser und Verstärker, nicht aber die Ursache für ihre jetzige Existenznot", sagte Sebastian Theopold, Geschäftsführer von Munich Strategy. Durch die Folgen der Pandemie kommen weitere zehn Prozent an Mittelständlern hinzu, die bisher gesund waren und nun um ihren Fortbestand bangen. Auch diese "Wackelkandidaten" werden zu potenziellen Übernahmezielen.

Besonders betroffen sind Dienstleistung und Handel, hier sind 29 Prozent eigentlich solider Mittelständler durch Corona unverschuldet in Existenznot geraten. Bei den Industriegütern sind es 18 Prozent der Firmen. "Dem Mittelstand steht eine epochale Neuordnung bevor, die mit der umfassendsten Marktbereinigung seit der Weltwirtschaftskrise 1929 einhergeht", warnte Studienleiter Theopold.

 
Linnemann will öffentliche Debatte über Lockerungen PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 22 April 2020 02:01
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Ungeachtet der Kritik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dringt Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) auf eine öffentliche Debatte über Lockerungen für den Handel in der Coronakrise. Anders als von Merkel kritisiert, sehe er keine "Öffnungsdiskussionsorgie" in Deutschland, sagte Linnemann im RTL/n-tv-"Frühstart". Er sei der Meinung, dass das Land eine Debatte darüber brauche.

Die Fragen nach Lockerungen stünden im Raum und würden auch in der Bevölkerung diskutiert. Deswegen müsse man auch zulassen, "dass wir das öffentlich machen in der Politik", so der CDU-Politiker. Nur so entstehe "Vertrauen in die Politik", welches dazu führe, dass die Menschen auch wieder in die Geschäfte gehen.

Würden die Läden hingegen, "ich sag mal zugespitzt von Null auf Hundert aufmachen, dann geht doch keiner rein". Deswegen erwarte er sogar eine Debatte und glaube, "das gehört zur Demokratie und tut uns gut", sagte Linnemann. Mit Blick auf die Kritik der Kanzlerin im CDU-Präsidium sagte er, dass diese Recht habe, wenn sie die unterschiedliche Handhabung der Lockerungen in den einzelnen Bundesländern meine.

So hielten sich nicht alle an die 800-Quadratmeter-Regel. "Das nennt man Wettbewerbsverzerrung. Das geht nicht", so der Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsunion.

Er könne es Inhabern kleinerer Geschäfte nicht erklären, weshalb mancherorts etwa das Möbelhaus Ikea öffnen dürfe, sie selbst aber nicht. "Da würde ich mir mehr Einheitlichkeit von den Bundesländern wünschen." Angesichts des "sehr akkuraten" Umgangs der Bürger mit den Lockerungen hielte er es für den "richtigen Weg", wenn es "klare Hygieneregeln, Abstandsregeln und Maskenpflicht in den Läden" gebe und dann "unabhängig von der Quadratmeterzahl jeder öffnen darf, der sich an die Regeln hält". Experten seien zunehmend sicher, dass man sich mit dem Virus dort anstecke, "wo man auf engstem Raum zusammen ist", sagte Linnemann. Halte man sich aber an Regeln, "dann funktioniert das und so müsste das auch im Handel sein". Handel und Gastronomie sehnten sich doch danach, mit dem Kanzleramt darüber zu reden. Und "diese Debatte muss öffentlich stattfinden", so der CDU-Politiker weiter. "Wir müssen wissen, dass wir massiv nicht nur an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, sondern auch an Wachstum und dass viele Menschen und Branchen Existenzängste haben."

 
Coronavirus belastet Exporte des Mittelstands PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 15 April 2020 03:15
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Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Das Coronavirus belastet die Exporte des deutschen Mittelstandes deutlich. "Die Coronakrise stellt die rund 800.000 auslandsaktiven kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland vor besondere Schwierigkeiten", ließ sich die Chefvolkswirtin der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Fritzi Köhler-Geib, am Dienstag zitieren. Sie verzeichneten Umsatzeinbrüche im In- und Ausland zugleich.

Der deutsche Mittelstand bekommt laut KfW vor allem die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus in Europa zu spüren, denn hier liegen die wichtigsten Exportmärkte kleiner und mittlerer Unternehmen. Mehr als zwei Drittel ihrer gesamten Auslandsumsätze, rund 402 Milliarden Euro, haben kleine und mittlere Unternehmen 2018 in Europa erzielt. Auch auf der Beschaffungsseite ist die Verflechtung des deutschen Mittelstandes in Europa demnach stark.

Im mittelständischen Verarbeitenden Gewerbe kommen knapp 70 Prozent der Auslandseinkäufe aus Europa, im mittelständischen Dienstleistungssektor gut 60 Prozent. "Mit Sorge blicke ich auf die Entwicklung der Pandemie auch in den USA", so Köhler-Geib weiter. Zusätzlich zu den Herausforderungen dort betreffe sie auch die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland, von denen jedes fünfte Geschäftsbeziehungen in die USA unterhalte.

Rund sieben Prozent der 3,81 Millionen Mittelständer in Deutschland exportieren laut KfW direkt in die USA, ähnlich viele indirekt über ihre deutschen oder europäischen Kunden. Mehr als 250.000 kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland beziehen Rohstoffe, Vorprodukte oder Dienstleistungen aus den USA. "Auch nach Überwindung der Coronakrise dürften sich die deutschen Exporte und damit auch die Auslandsumsätze des Mittelstands in einem schwierigen Umfeld entwickeln", sagte die KfW-Chefvolkswirtin.

Sie nehme an, dass die Krisenerfahrungen dazu führten, dass Unternehmen ihre internationalen Wertschöpfungsketten krisenfester machten - "und in manchen Fällen auch stärker diversifizieren".

 
Auch der Berliner Mittelstand bekommt nun Zuschüsse PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 15 April 2020 03:15
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Nun will der Senat auch Betrieben helfen, die mehr als zehn Mitarbeiter haben. Bislang fielen sie durch das Raster. Anträge bei der IBB sind nicht immer leicht.

Nachdem viele mittelständische Unternehmen zunächst keine Coronahilfen bekommen hatten, plant das Land Berlin neben Soloselbstständigen und Kleinstunternehmern nun auch Betrieben mit mehr als zehn bis 100 Mitarbeitern zu helfen: Das Programm „Soforthilfe V“ wurde vor Ostern beschlossen und werde demnächst greifen. Ein genauer Termin stehe noch nicht fest, sagte die Sprecherin der Wirtschaftssenatorin, Ramona Pop (Grüne).

Das Volumen für das Mittelstandsprogramm betrage zunächst 75 Millionen Euro. Im ersten Schritt müssten die Unternehmen jedoch den KfW-Schnellkredit des Bundes beantragen – der Staat übernimmt hier nun 100 Prozent Risiko. Diejenigen, die den Kredit nicht in Anspruch nehmen könnten, würden dann mit der Soforthilfe V einen Zuschuss von durchschnittlich 25 000 Euro erhalten, in Einzelfällen höher.

Wenn die Nachfrage deutlich höher sein sollte, werde das Programm noch aufgestockt, sagte die Sprecherin.

Nicht alle machen gute Erfahrungen mit den Anträgen bei der IBB: Wie der Tagesspiegel-Newsletter „Checkpoint“ am Dienstag berichtete, wollte der Inhaber einer Berliner Web-Agentur mit 30 Mitarbeitern „Soforthilfe“-Kredite bei der IBB beantragen. Der Unternehmer wendet sich mit einem Brief an den Regierenden Bürgermeister und an den IBB-Vorstand. Hauptkritik: Für den Erhalt des Darlehns von 330 000 Euro sei ein persönlicher Termin – erst 14 Tage nach Genehmigung – nötig.

Zudem müssten beide Hauptgesellschafter mit je 330 000 Euro Bürgschaft haften. Daraufhin lehnten die Gesellschafter das Darlehen ab und investierten notfalls privates Geld in ihr Unternehmen.

Schutzschirm für den Mittelstand

Was die schnellen Hilfen für Soloselbständige und Kleinstunternehmer betrifft, so geht man in der Senatswirtschaftsverwaltung davon aus, dass man die große Mehrheit dieser Gruppe durch die Hilfen bereits erreicht hat.

Mit rund 1,6 Milliarden Euro habe man bereits 400 000 Menschen und Unternehmen helfen können. Man sei, um besonders schnell zu helfen, „in Vorleistung“ gegangen in Berlin, um schnell und unbürokratisch zu helfen – bevor die Bundeshilfen anliefen. Zum neuen Soforthilfeprogramm V sagte Pop: „Mit unserem weiteren Unterstützungsprogramm spannen wir einen Schutzschirm für unseren Mittelstand.“

Zudem nimmt die Investitionsbank Berlin (IBB) seit Dienstag wieder Soforthilfeanträge für Soloselbstständige und Kleinstunternehmen bis zehn Mitarbeiter an – über Ostern gab es eine Pause, nachdem der Andrang zuvor extrem war.

Bis vorige Woche Donnerstag waren mehr als 190 000 Anträge bearbeitet worden, das Geld – bis zu 15000 Euro – kommt hier seit dem 6. April vollständig aus Bundesmitteln. Allerdings war es offenbar für Antragsteller nicht immer einfach: Sie scheiterten an technischen oder bürokratischen Hürden. Wie etwa Freiberufler Peter S., der dem Tagesspiegel schrieb: „Mehrfach hatte ich versucht, die Hilfen über das Online Formular der IBB zu beantragen.“

Doch das System habe diese nicht gespeichert. Vorige Woche habe er dann Bundeshilfen mit dem identischen Formular beantragt, der Betrag sei über Ostern überwiesen worden. Allerdings treffe die „kleine Hilfe“ „nicht den Kern der notwendigen Unterstützung“, sagt er.

 
Exit aus dem Shutdown: Wie der Mittelstand die Corona-Krise optimal übersteht PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 15 April 2020 03:13
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Wie sollte der Ausstieg aus dem aktuellen Shutdown gestaltet sein, damit die mittelständischen Unternehmen die Coronavirus-Pandemiekrise möglichst gut überstehen? Wie sollte das bestehende Maßnahmenpaket für den Mittelstand auf mittel- und langfristige Sicht ergänzt werden?

In ihrem Hintergrundpapier "Exit aus dem Shutdown - wie der Mittelstand die Coronavirus-Pandemiekrise optimal überstehen kann" unterbreiten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des IfM Bonn Vorschläge, wie die Wiederbelebung der Wirtschaft mittelstandsfreundlich gestaltet werden kann.

Der Ausstieg der verschiedenen Wirtschaftszweige aus dem aktuellen Shutdown muss sich laut der Wissenschaftler vor allem am benötigten zeitlichen Restart-Vorlauf der Unternehmen, ihrer Einbindung in (inter-)nationale Wertschöpfungsketten sowie am Alltagsbedarf der Konsumenten orientieren. Auf keinen Fall dürften bei einem graduellen Neustart die Großunternehmen bevorzugt werden, nur weil sie eine größere Wertschöpfung erwirtschaften als die einzelnen mittelständischen Unternehmen.

Der wirtschaftliche Neustart kann nicht von heute auf morgen erfolgen

Vor einem sukzessiven Ausstieg aus dem Shutdown müssen in den mittelständischen Unternehmen die notwendigen Schutzvorrichtungen und -ausrüstungen für das Personal vorhanden und die Belegschaft über die entsprechende innerbetriebliche Gesundheitsvorsorge informiert sein. Eine weitere Voraussetzung für den graduellen Neustart ist, dass große Teile der öffentlichen Infrastruktur wieder geöffnet werden. Dazu gehören Behörden, Schulen, Kindergärten und -tagesstätten.

"Dennoch kann der wirtschaftliche Neustart nicht – wie der Shutdown – von heute auf morgen erfolgen. Jeder Wirtschaftsbereich benötigt unterschiedliche Vorlaufzeiten. Besonders gilt das natürlich für international tätige Unternehmen, die aufgrund der Coronavirusausbreitung ihre Absatzmärkte aktuell nicht bedienen können oder deren Zulieferer durch die staatlich vorgegebenen Produktionsbeschränkungen nicht lieferfähig sind.", berichtet Prof. Dr. Friederike Welter (IfM Bonn/Universität Siegen). "Eine mögliche Variante für den Restart der Wirtschaft wäre, diejenigen Wirtschaftsbereiche zu öffnen, die auf den Bedarf des täglichen Lebens ausgerichtet sind. Zudem gibt es einige Wirtschaftszweige, in denen per se das Gebot des Mindestabstandes leichter gewährleistet werden kann. Dazu zählen sicherlich zahlreiche Berufsgruppen des Baugewerbes."

Für die Gastronomie, die Tourismusbranche sowie Künstler und Museen erwarten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, dass sie deutlich länger auf Unterstützung von Bund und Ländern angewiesen sein werden.

Sukzessives Auslaufen der Förderbeantragung sowie Übergangsphasen empfohlen

Insgesamt empfehlen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen im Hinblick auf die wirtschaftlichen Unterstützungsmaßnahmen von Bund und Ländern ein situationsabhängiges sukzessives Auslaufen der vereinfachten Förderbeantragung sowie Übergangsphasen. "Dabei sollten im Zuge der wirtschaftlichen Wiederbelebung auch nach und nach wieder stärkere Zugangsrestriktionen geprüft werden, um nicht sogenannte 'Zombie'-Unternehmen künstlich am Leben zu halten, die sonst schon längst insolvent wären", erklärt die IfM-Präsidentin. Unter Umständen sei es sogar sinnvoller, Neugründungen nach der überstandenen Krise den Start zu erleichtern. Explizit begrüßen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in diesem Zusammenhang das vom Bund geplante Maßnahmenpaket für Start-ups mit innovativen Geschäftsmodellen, weil es die Unterstützung von Wagniskapitalinvestoren in den Vordergrund stellt. Schließlich habe die schnelle Umstellung auf Homeoffice und Videokonferenzen gezeigt, welche Chancen die Digitalisierung im unternehmerischen Alltag bietet.

Lockerung oder Aussetzung bürokratischer Regulierungen

Positiv bewerten sie auch die übergangsweise Lockerung oder Aussetzung einzelner bürokratischer Regulierungen. Da viele Unternehmen bereits vor Ausbruch der Corona-Krise die Bürokratiebelastung als ein zentrales Wachstumshemmnis angesehen hatten, empfehlen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen eine generelle Überprüfung, welche Rahmenbedingungen und Regulierungen angepasst werden sollten, um der mittelständischen Wirtschaft schnell wieder "auf die Beine" zu helfen.

"Der Mittelstand in Deutschland besitzt nicht nur eine hohe volkswirtschaftlichen Bedeutung, sondern erfüllt auch eine wichtige Stabilisierungsfunktion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dazu gehört, dass die Familienunternehmer und Familienunternehmerinnen ein großes Verantwortungsgefühl gegenüber den Beschäftigten und Stakeholdern besitzen. Diese Besonderheit hat in und nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise maßgeblich zur Erholung der deutschen Volkswirtschaft beigetragen. Die gleiche Wirkung könnte auch diesmal vom Mittelstand ausgehen", so Prof. Dr. Friederike Welter.

 
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