Verband der Deutschen Aussenwirtschaft

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Verband der Deutschen Aussenwirtschaft
Neue Nischen: Brauereizulieferer hat Erfolg im Ausland PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 25 September 2019 02:18
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Der Brauereizulieferer Kaspar Schulz wächst entgegen der Krise seiner Branche. Das liegt auch daran, dass er konsequent auf Internationalisierung und den Export seiner Produkte setzt – und ständig auf die sich ändernden Bedürfnisse seiner Kunden reagiert.

Fragt man zum Beispiel einen Amerikaner, was er mit Deutschland verbindet, ist es wahrscheinlich, dass recht bald das Wort Bier fällt. Die Bundesrepublik gilt weltweit als Bierland, und in der Tat wird kaum irgendwo mehr Gerstensaft getrunken als hierzulande. Doch der Bierkonsum sinkt – und das seit Jahrzehnten. Das merken nicht nur die Brauereien, sondern auch deren Zulieferer. Zwar entstehen auch dank des Craft-Bier-Booms immer wieder kleine Brauereien im Lande, doch sie machen nicht das wett, was auf der Seite der kriselnden mittelgroßen und großen Brauereien wegfällt. „Der traditionelle Markt in Deutschland ist weitestgehend gesättigt“, stellt Johannes Schulz-Hess, Geschäftsführer des mittelständischen Brauereizulieferers Kaspar Schulz, fest.

Sein Unternehmen, dessen Geschichte auf eine Kupferschmiede aus dem 17. Jahrhundert zurückgeht, hat daher bereits in den 1980er-Jahren damit begonnen, gezielt seine Internationalisierung voranzutreiben. Das Unternehmen entwickelte zum Beispiel ein vormontiertes Sudhausmodul (in diesen Kesseln entsteht die Würze, also ein Vorprodukt des Bieres), das von den Grundmaßen für die Verschiffung per Container geeignet ist. So muss die Anlage für den Transport nicht auseinandergebaut und im Zielland wieder aufwendig aufgebaut werden. Eine eigentlich banale, aber ziemlich erfolgreiche Idee: In über 60 Ländern hat der Hidden Champion und Exportweltmeister bereits solche Module verkauft. Der Exportanteil des Mittelständlers beträgt heute circa 80 Prozent.

Erfolg – anders als gedacht

Mit einem anderen Plan war das Unternehmen ebenfalls international erfolgreich – wenn auch nicht so wie ursprünglich gedacht. Die Idee der regionalen Wertschöpfung im Brauereisegment sollte auch auf die Rohstoffproduktion übertragen werden. Derzeit importieren beispielsweise amerikanische Brauereien häufig ihr Braumalz aus Europa. Damit diese das Malz selbst herstellen und damit ihre Wertschöpfungskette verlängern können, entwickelte Kaspar Schulz ein Mälzungssystem. Doch statt Brauereien kaufen vor allem Farmer und landwirtschaftliche Genossenschaften das neu konzipierte System. Der Mittelständler hatte damit eine neue Nische gefunden, die er bedienen konnte. „Wir müssen uns ständig an die sich wandelnden Märkte anpassen“, fasst Schulz-Hess zusammen.

Und auch auf den Brexit will der Unternehmer reagieren, indem er eine neue Nische erschließt. Denn die Unsicherheit über die Zukunft der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union lähmt viele Unternehmen auf der Insel. Diese versuchen häufig Investitionen so lange hinauszuzögern, bis der Ablauf des Brexits geregelt ist. Dennoch entwickelt Kaspar Schulz gerade eine Whiskeydestille, für die es besonders in den britischen Whiskeyregionen eine Nachfrage geben dürfte. „Wir halten das für die konsequente Abrundung unseres Produktportfolio“, sagt Schulz-Hess. Davor, dass der Handel mit der Insel komplett einbricht, hat er ohnehin keine Angst: „Irgendwann wird die Politik schon eine Lösung für den Brexit finden und Großbritannien wird letztlich bestimmt nicht wirtschaftlich vom Rest Europas abgeschnitten sein.“

 
Mittelstand teilt sich in IoT-Vorreiter und -Nachzügler PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 18 September 2019 00:28
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Internet of Things (IoT) und Mittelstand passen zusammen, sagt eine Studie der Deutschen Telekom. Paul Höcherl, Produktmanager und IoT-Experte bei Lenovo DCG, erklärt, wo Mittelständler aus seiner Erfahrung heraus stehen und wo sie ihre Chancen und Risiken sehen.

Was wird dem Mittelstand in Sachen Digitalisierung nicht alles nachgesagt: unter anderem er sei zu wenig innovativ, zu unflexibel und zu wenig vorbereitet. Da entsteht fast der Eindruck, dass es sich mit dem Thema „Internet der Dinge“ genauso verhält. Dass dem nicht so zu sein scheint, belegt eine veröffentlichte Studie, die das Marktforschungsunternehmen PAC Deutschland im Auftrag der Deutschen Telekom erstellt hat. Das Ergebnis: Mittelstand und IoT, das geht schon ganz gut zusammen.

IoT ist für Mittelstand relevant

Mittelständische Unternehmen schätzen das Thema IoT laut der Studie als durchaus relevant für sie ein. Ein Großteil aller Befragten (94 Prozent) bestätigt, dass er sich näher mit dem Thema beschäftigt hat. 84 Prozent haben sogar schon eine IoT-Anwendung im Einsatz. Dennoch sind sich viele Probanden einig, dass kein wirklicher Grund zur Eile bestehe, das Thema IoT voranzutreiben.

Das trifft jedoch nur eingeschränkt zu: Beispielsweise sehen sich viele Automobilzulieferer schon heute einem enormen Konkurrenzkampf ausgesetzt. Der Einsatz probater IoT-Technik – wie etwa von intelligenter Sensorik direkt in den Fertigungsanlagen und von der Auswertung der gesammelten Daten vor Ort auf einem Edge-Computing-Server – kann den entscheidenden Wettbewerbsvorteil für das eigene Unternehmen bringen.

Logistik und Versorgung sind Vorreiter

Der deutsche Mittelstand teilt sich dabei eindeutig in das Lager der IoT-Vorreiter und der
-Nachzügler. 42 Prozent der Befragten gaben an, sich zumindest partiell als eine Art Vorreiter zu betrachten, wenn es um die Digitalisierung mittels vorhandener IoT-Technologien geht. Zu diesen Vorreitern zählen vor allem die Bereiche Logistik, Transport und Versorgung. Dort sind bei 90 Prozent der Befragten bereits IoT-Anwendungen im Einsatz. Im Gegensatz dazu halten sich industriell geprägte Mittelstandsbetriebe noch etwas zurück: Von ihnen nutzen „erst“ 83 Prozent der befragten Unternehmen eine IoT-Anwendung, 20 Prozent planen die Einführung mindestens einer (weiteren) Anwendung. Das Schlusslicht bilden Unternehmen aus dem Handel. Derzeit nutzen rund 79 Prozent der Unternehmen mindestens eine IoT-Anwendung – jedoch planen rund 40 Prozent der Befragten die Einführung mindestens einer IoT-Anwendung.

Zahlreiche mittelständische Unternehmen haben ihre Fertigungsstraßen und Lager bereits mit umfangreicher Sensorik ausgestattet. Damit sind diese Firmen geradezu prädestiniert, IoT-Techniken in ihre Prozesse zu integrierten. Zum Beispiel kann die bereits vorhandene Videoüberwachung mit einer KI-Lösung gekoppelt werden, um automatisch zu erkennen, falls der Lagerbestand zur Neige geht. Vorab definierte Maßnahmen können dann ergriffen werden.

Diverse IoT-Szenarien kommen in Betracht

Dass der Mittelstand dem Thema Internet of Things gegenüber positiv eingestellt ist, belegt die hohe Implementierungsquote in den Bereichen Remote Monitoring (RM) und Remote Control (RC). Diese Anwendungsfälle werden bereits von mehr als der Hälfte aller Befragten eingesetzt (RM: 57 Prozent; RC: 58 Prozent). Sieht man sich die geplanten IoT-Anwendungen an, kommen noch ganz andere Möglichkeiten ins Spiel. So bewerten etwa ein Drittel der befragten Unternehmen die Bereiche Apps und digitale Assistenten als interessant und planen dort erste Projekte. Aber auch die vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) und das IoT-gesteuerte Energiemanagement stehen bei zahlreichen Mittelständlern auf der Liste.

​IT-Security, Konnektivität und fehlende Experten bremsen

Die größten Hindernisse sehen viele Verantwortliche bei der IT-Sicherheit sowie bei der erforderlichen Vernetzung von vorhandenen Geräten und Systemen sowie bei fehlenden Anwendungen, die für IoT-Projekte erforderlich wären. Das hat vor allem damit zu tun, dass sich der Mittelstand schwertut, die notwendigen Experten auszubilden oder zu rekrutieren. Nur mit ihnen lassen sich die infrastrukturellen Voraussetzungen für erfolgreiche IoT-Projekte schaffen und umsetzen.

Dennoch ist ausreichend Potential vorhanden: Denn die Digitalisierung ist in zahlreichen mittelständischen Betrieben bereits weit vorangeschritten. Die genannten Automobilzulieferern, nutzen schon seit vielen Jahren SAP- und andere Systeme wie beispielweise Warenwirtschaftssysteme, automatisierte Lagerhaltungsanwendungen und Logistiklösungen. Sie können einen hohen Vernetzungsgrad inklusive entsprechender Sensorik vorweisen. Dabei kommt es vor allem auf die richtige Be- und Auswertung der Daten an, die heutzutage recht mühelos in der Cloud und mit den passenden IoT-Applikationen stattfinden kann.

Mittelstand und Partner profitieren gemeinsam

Das Fazit: Der Mittelstand ist am Thema IoT interessiert und erkennt durchaus Chancen und Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Gleichzeitig wissen viele Geschäftsführer von mittelständischen Unternehmen, dass sie die damit einhergehenden Herausforderungen nicht alleine bewältigen können. Die Zusammenarbeit mit und die Unterstützung durch externe Partner ist ein möglicher Ausweg aus diesem Dilemma – egal, ob es um die Expertise oder das technische Wissen rund um IoT-Lösungen geht.

Mittelständische Unternehmen müssen also nicht jede IoT-relevante Arbeit selbst übernehmen und ausführen. Dafür stehen cloud-basierte Services bereit, mit denen vor allem rechenintensive Aufgaben ausgelagert werden können. Bezahlt wird dabei nur das, was auch tatsächlich anfällt. Das macht eine Investition von Hause aus überschau- und kalkulierbar.

 
Auf dem Land - Mittelstand sucht Mitarbeiter PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 18 September 2019 00:25
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In Deutschland bietet der Mittelstand rund 60 Prozent aller Arbeitsplätze an. Außerhalb der Ballungszentren wird es jedoch immer schwieriger, die Plätze zu besetzen. Es mangelt an Fachkräften. Vor allem junge Leute fehlen. Sie wandern in die Städte ab, was die eh schon struktur- schwachen Regionen noch weiter schwächt.

 
Wegen Zinspolitik: Bedenken in der CDU gegen Lagarde PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 18 September 2019 00:26
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Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgt weiter für Ärger: Vor der Abstimmung des EU-Parlaments über die designierte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Dienstag werden aus der CDU massive Bedenken an der Top-Kandidatin laut. Der CDU-Europaabgeordnete und Wirtschaftspolitiker Markus Pieper sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben): Es gebe in den Reihen der christdemokratischen EVP-Fraktion des EU-Parlaments erhebliche Kritik an der Wahl von Frau Lagarde - nicht nur aus der deutschen CDU, sondern auch zum Beispiel von EVP-Abgeordneten aus Skandinavien, Polen oder dem Baltikum. "Im Parlament muss sich Frau Lagarde auf eine Reihe von Gegenstimmen einstellen", so Pieper.

Ihre Anhörung im Wirtschafts- und Währungsausschuss vor zwei Wochen habe gezeigt, dass sie die Niedrigzinspolitik des scheidenden EZB-Präsidenten Mario Draghi fortsetzen wolle. Dabei laufe diese Politik "ins Leere", denn Ursache der Wachstumsschwäche in vielen EU-Ländern seien fehlende Reformen, dort müsse man ansetzen, so Pieper weiter. "Es ist wie in der Medizin: Viel hilft nicht immer viel, zu viel schadet."

Mit dieser Perspektive könne er Lagarde nicht unterstützen, sagte der Europaabgeordnete. Auch der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT, Carsten Linnemann, sagte den Funke-Zeitungen: "Es gibt in der Wirtschaft vernehmbare Bedenken gegen Frau Lagarde." Es bestehe "Anlass zur Befürchtung, dass sie die Niedrigzinspolitik nicht nur fortsetzen, sondern sogar noch verschärfen will", so Linnemann, der auch Unionsfraktionsvize im Bundestag ist.

"Ziel der EZB-Präsidentin muss es aber sein, das Ruder herumzureißen." Die Abstimmung im EU-Parlament am Dienstag hat empfehlenden Charakter, ernannt wird Lagarde im Oktober von den EU-Staats- und Regierungschefs, die sie auch schon nominiert hatten. Dennoch wäre ein Denkzettel im Parlament eine Belastung für Lagardes Start im November.

Mit einer Mehrheit kann die Französin aber wohl rechnen; der federführende Währungs- und Wirtschaftsausschuss hat sich bereits für die bisherige Präsidentin des Internationalen Währungsfonds ausgesprochen.

 
Unternehmer lehnen Altmaiers Industriepolitik ab PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 11 September 2019 02:37
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München (dts Nachrichtenagentur) - Deutschlands Firmen halten wenig von den industriepolitischen Plänen von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Das zeigt, wie der "Spiegel" berichtet, eine Umfrage des Münchner Ifo-Instituts im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen. Danach unterstützen nur 1,3 Prozent der Betriebe Altmaiers Forderung, große nationale Champions zu schaffen, damit Deutschland im internationalen Technologiewettlauf mithalten kann.

Gut 43 Prozent der Befragten halten es dagegen für sinnvoller, kleine und mittlere Unternehmen zu unterstützen. Rund 18 Prozent plädieren für die Förderung ganzer Branchen oder Technologien. Sogar bei Großbetrieben fallen Altmaiers Pläne durch.

Lediglich 0,8 Prozent der Firmen mit mehr als tausend Beschäftigten stimmen laut Ifo-Umfrage Altmaiers Champion-Ideen zu. Knapp 54 Prozent dagegen sind für Branchen- oder Mittelstandsförderung. Altmaier hatte Anfang des Jahres eine neue Industriestrategie zur Unterstützung nationaler und europäischer Champions vorgelegt.

 
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