Verband der Deutschen Aussenwirtschaft

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Verband der Deutschen Aussenwirtschaft
Altmaier will mehr Einsatz für Anwerbung ausländischer Fachkräfte PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 04 March 2020 01:17
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) fordert verstärkte Anstrengungen, um mehr ausländische Fachkräfte für die deutsche Wirtschaft anzuwerben. "Für Wachstum und Wohlstand brauchen wir mehr Fachkräfte", schreibt Altmaier in einem Gastbeitrag für die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Samstagsausgaben) zum Start des Einwanderungsgesetzes am 1. März. Deutschlands eigenes Potenzial an Fachkräften reiche "nicht mehr aus".

"Bereits heute sehen deutsche Unternehmen den Fachkräftemangel als eines ihrer größten Geschäftsrisiken. Das betrifft insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die in der Konkurrenz mit großen Unternehmen im Wettbewerb um knappe Fachkräfte häufig unterliegen", so der CDU-Politiker weiter. Er gehe davon aus, dass der Mangel an qualifiziertem Personal künftig eher zu- als abnehmen werde.

"Die Situation wird in den kommenden Jahren durch den demografischen Wandel noch schlimmer", schreibt Altmaier . Er sieht den deutschen Wohlstand durch diese Entwicklung bedroht. "Ohne einen starken Mittelstand mit ausreichend qualifiziertem Personal werden wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft auf Dauer nicht aufrechterhalten können", so der Wirtschaftsminister weiter.

Der Fachkräftemangel betreffe nicht nur Betriebe in der Industrie. "Wenn Stellen im Handwerk, in Pflegeeinrichtungen oder Bäckereien unbesetzt bleiben, wird dies für alle Bürgerinnen und Bürger im täglichen Leben bald deutlich spürbar", warnte der CDU-Politiker. Wenn er Unternehmer frage, was die Politik für sie tun könne, "höre ich meistens zwei Dinge: Weg mit der Bürokratie und her mit den Fachkräften".

Zusätzliche Anstrengungen zur gezielten Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland seien dringend nötig. "Wir brauchen eine zentrale Informationsplattform für deutsche Unternehmen und einwanderungsinteressierte Fachkräfte. Denn diese brauchen klare Ansprechpartner und zuverlässige Informationen zum Thema Einwanderung", schreibt Altmaier in dem Gastbeitrag für die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". Auch die Unternehmen und die gesamte Gesellschaft seien in der Pflicht. "Wir müssen für Deutschland als attraktiven Arbeitsort werben, denn wir stehen in einem weltweiten Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte", so der Wirtschaftsminister.

 
EU-Kommission will hochrangigen Beauftragten für Mittelstand PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 04 March 2020 01:16
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Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die EU-Kommission will mehr Rücksicht nehmen auf die Interessen kleiner und mittelgroßer Unternehmen (KMU). Ein hochrangiger KMU-Beauftragter soll künftig innerhalb der Brüsseler Behörde dafür sorgen, dass die Belange der Firmen bei den Regulierungsvorschlägen berücksichtigt werden, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf EU-Kreise. Der Posten ist Bestandteil der neuen KMU-Strategie, welche die Kommission am 10. März vorlegen will.

Der Posten des Beauftragten soll demnach von Binnenmarktkommissar Thierry Breton mit einem politischen Schwergewicht besetzt werden. In Brüssel wird unter anderem der frühere EU-Kommissar Günther Oettinger als Kandidat gehandelt. Der CDU-Politiker sagte dem "Handelsblatt", er sei bislang von der Kommission nicht angesprochen worden.

Um die hohe Abhängigkeit von Bankkrediten zu verringern, will die Kommission gemeinsam mit privaten Investoren einen neuen Fonds auflegen, der Mittelständler beim Börsengang unterstützt. Die Finanzierungsmöglichkeiten für Start-ups während der Wachstumsphase will die Behörde verbessern, indem sie die Risiken von Wagniskapitalgebern mit EU-Garantien abfedert. Dadurch sollen auch Geldgeber wie Pensionsfonds zum Einstieg ermuntert werden.

 
Immer mehr ältere Arbeitslose verschwinden aus Statistik PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 26 February 2020 01:58
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Immer mehr ältere Arbeitslose tauchen nicht mehr in der Statistik auf, weil sie mehr als zwölf Monate Hartz IV bezogen haben und ihnen in dieser Zeit kein regulärer Job angeboten worden ist. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor, über die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" in ihren Samstagausgaben berichten. Demnach wurden 2019 im Jahresdurchschnitt 171.276 über 58-jährige Hartz-IV-Empfänger nicht mehr als arbeitslos gezählt.

Sie fallen unter eine Sonderregelung im Sozialgesetzbuch II, wonach Erwerbsfähige nach Vollendung des 58. Lebensjahres nicht mehr als arbeitslos gelten, wenn sie zuvor für mindestens zwölf Monate Grundsicherung für Arbeitssuchende bezogen haben, ohne dass ihnen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten worden ist. 2018 lag die Zahl derer, die unter die Sonderregelung fielen, bei im Schnitt 167.000. 2009 waren es noch 22.937 gewesen. Linken-Sozialexpertin Zimmermann sagte dem RND, die Arbeitslosigkeit Älterer werde künstlich klein gehalten.

"Diese Sonderregel fügt sich in andere Statistikmaßnahmen zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit ein", so die Bundestagsabgeordnete. "Die Bundesregierung rechnet sich so die Zahlen schön." Einzelne Regelungen zur statistischen Erfassung, wie die Sonderregelung für Ältere, würden die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt sogar konterkarieren: "Dass arbeitslose über 58-jährige Hartz-IV-Beziehende nach einem Jahr ohne Jobangebot automatisch nicht mehr als arbeitslos gelten, schafft Anreize zur Nichtförderung dieser Personengruppe."

 
Deutschlands Mittelstand verliert rasant an Innovationskraft PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 04 March 2020 01:15
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Die Innovatorenquote im deutschen Mittelstand ist eingebrochen: Nicht mal mehr jedes fünfte Unternehmen hat zwischen 2016 und 2018 eine wichtige Erfindung hervorgebracht. Die KfW bangt um die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft.

Deutschlands Mittelständler verlieren rasant an Innovationskraft. Nur noch 725.000 der insgesamt gut 3,8 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande haben zuletzt innovative Produkte oder Prozesse eingeführt, meldet die staatliche Förderbank KfW in ihrem Innovationsbericht Mittelstand 2019.

Die sogenannte Innovatorenquote liegt damit nur noch bei 19 Prozent. Das bedeutet: Nicht mal mehr jedes fünfte mittelständische Unternehmen hat im Zeitraum 2016 bis 2018 eine wichtige Erfindung hervorgebracht. Vor 15 Jahren lag der Wert noch bei 43 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch.

„Für die Zukunftsfähigkeit und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist das eine gefährliche Entwicklung“, sagt Fritzi Köhler-Geib, die Chefvolkswirtin der KfW. Innovationen würden schließlich eine große Rolle spielen für Beschäftigung, Wachstum und Produktivität. „Die deutsche Wirtschaft kann sich nicht auf ihrem technologischen Vorsprung ausruhen, sondern muss ihre Vorreiterrolle sichern und Zukunftstechnologien entwickeln.“

Betroffen vom Rückgang sind laut Studie sämtliche Wirtschaftszweige und dazu Firmen aller Größenklassen innerhalb des Mittelstands, dessen Grenze die KfW bei einem Jahresumsatz von rund 500 Millionen Euro sieht.

Wobei die Langfristbetrachtung zeigt: Je kleiner die Betriebe, desto stärker nimmt die Innovationstätigkeit ab. Dass die Ausgaben für Forschung und Entwicklung dabei erstmals seit 2014 wieder gestiegen sind, konkret von 30,7 auf 34,4 Milliarden Euro, beruhigt Expertin Köhler-Geib nicht. Denn für den Zuwachs hätten allein die größeren Mittelständler gesorgt.

Als Gründe für den Rückgang der Innovatorenquote nennt die KfW die zuletzt eingetrübte Konjunkturlage. „Möglich ist auch, dass sich die Mittelständler verstärkt dem Thema Digitalisierung widmen und im Gegenzug die traditionelle Innovationstätigkeit zurückfahren.“

Andere Sichtweise bei den Jungunternehmern

Letzteres vermutet auch Friederike Welter, die Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) aus Bonn. „Grund für die aktuelle Entwicklung sind vor allem Digitalisierungsaktivitäten, mit deren Hilfe die mittelständischen Unternehmen insbesondere im verarbeitenden Bereich ihre Produktionsabläufe auf Industrie 4.0 getrimmt haben“, erklärt die Ökonomin, die an der Universität Siegen den Lehrstuhl für Management von kleinen und mittleren Unternehmen und Entrepreneurship inne hat. „Das aber wird häufig nicht als Innovationsaktivität wahrgenommen, sondern als Investition in die Zukunft.“

Dabei würden laut dem „Oslo Manual 2018“, das als Grundlage für die Messung von Innovationen gilt, solche Digitalisierungsmaßnahmen ausdrücklich zu den unternehmerischen Aktivitäten zählen, weil sie am Ende zu Innovationen führen, kritisiert Welter gegenüber WELT.

Und dann ergebe sich ein völlig anderes Bild. „Schon vor zwei Jahren nutzten beispielsweise unter den kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland dreimal so viele Big Data wie in 2016.“

Kritik an der KfW-Zählweise übt auch Sebastian Theopold. „Innovation ist 2020 etwas anderes als noch vor 50 Jahren“, sagt der Gründer und Geschäftsführer der Beratungsfirma Munich Strategy.

„Wir sehen gerade eine neue Generation an Unternehmern, meist zwischen 30 und 50 Jahren, die mit der produktzentrierten Sichtweise brechen und Innovation weiter denken“, erklärt der Berater. „Die die Unternehmen ihrer Väter und Großväter auf den Kopf stellen, auf der Suche danach, was die Kunden wirklich glücklich macht, die Technologien an der richtigen Stelle einsetzen und so völlig neue Geschäftsmodelle entwickeln.“ Das werde bei der KfW aber nicht gemessen.

Die Innovatorenquote halte er deswegen aber für wenig aussagekräftig. „Sie ignoriert wichtige Entwicklungen im Mittelstand und würdigt nicht die Leistungen der vielen Innovations-Champions, die vom Hersteller zum Dienstleister werden, neue Branchen erschließen oder ihre Organisation neu aufstellen“, sagt Theopold.

Die Firmen im Silicon Valley würden in der Regel ja auch keine neuen Produkte erfinden, sondern seien mit neuen Geschäftsmodellen und Konzepten erfolgreich. „Dass sich der deutsche Mittelstand daran orientiert, kann ich nur positiv sehen.“

Handlungsbedarf sieht der Experte dennoch. „Zu viele Unternehmen nutzen noch nicht ihr gesamtes Potenzial aus und denken nicht in jedem Bereich ihrer Geschäftstätigkeit darüber nach, wie Dinge verbessert werden können“, beklagt Theopold, der für die kommenden Jahre einen deutlich steigenden Innovationsbedarf sieht – vor allem wegen des Themas Nachhaltigkeit

 
Krankenkassen schreiben Milliardendefizit PDF Print E-mail
Written by thomas.jaeger   
Wednesday, 26 February 2020 01:56
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Anders als in den drei Vorjahren haben die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) im Jahr 2019 viel mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf eigene Berechnungen. Der Negativsaldo betrug demnach rund 1,6 Milliarden Euro.

2018 hatten die Kassen noch einen Überschuss von fast 2 Milliarden Euro eingefahren. Das Defizit von 2019 ist das erste seit 2015. Die neuen Angaben beruhen auf den vorläufigen Erhebungen der Verbände unter ihren Mitgliedskassen. Das sind die Allgemeinen Ortskrankenkassen, die Betriebskrankenkassen, die Innungskrankenkassen, die Ersatzkassen und die Knappschaft Bahn-See.

Den größten Fehlbetrag, 859 Millionen Euro, meldet der Verband der Ersatzkassen, nachdem dessen Mitgliedsunternehmen 2018 noch einen Überschuss von 561 Millionen Euro geschafft hatten. Mehr als die Hälfte des Defizits entstand im letzten Quartal des Jahres 2019. Die wichtigste GKV-Gruppe, die der AOK, hatte im Vorjahr einen Überschuss von fast 1,1 Milliarden Euro erwirtschaftet, 2019 drehte das Ergebnis auf -122 Millionen Euro. Beachtlich war auch der Rückgang bei den Innungskassen, von +77 auf -231 Millionen Euro.

Die Knappschaft verzeichnete eine Verschlechterung von +91 auf -58 Millionen Euro. Bei den Betriebskrankenkassen sind es nach +198 Millionen im Jahr 2018 diesmal -295 Millionen Euro. Als Grund für die schlechte Entwicklung nennen die Kassen die stark gestiegenen Leistungsausgaben je Versichertem.

Bei den Ersatzkassen nahmen sie 2019 im Vorjahresvergleich um 5,6 Prozent zu, während die Einnahmen nur um 3,6 Prozent wuchsen. Besonders stark war der Ausgabenanstieg bei Medikamenten und Heilmitteln. Die Erlöse wiederum wurden durch die Senkung des Zusatzbeitrags in der Techniker Krankenkasse belastet. Auch der AOK-Bundesverband meldet, dass 2019 die Steigerungsrate der Leistungsausgaben mit 4,4 Prozent besonders hoch gewesen sei. Verbandschef Martin Litsch monierte in diesem Zusammenhang, dass die Politik den Versicherten sinkende Beiträge versprochen habe, aber gleichzeitig dafür sorge, dass die Kosten stark stiegen. "Die Ausgabenentwicklung in der GKV nimmt Fahrt auf. Als Resultat spüren die Kassen erheblichen Druck auf die Beiträge, die Versicherten erleben aber noch keine bessere Versorgung", sagte Litsch der FAZ. Die Defizite sind politisch gewollt, damit die riesigen Reserven in der GKV abschmelzen. In den ersten drei Quartalen 2019 betrugen diese Rücklagen und Betriebsmittel annähernd 21 Milliarden Euro. Das entsprach mehr als den Ausgaben aller Kassen in einem Monat und dem Vierfachen der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestreserve. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass der gewollte Abbau der Rücklagen buchungstechnisch zu einem "unechten Defizit" führe. "Beitragsgelder sind keine Spareinlagen", sagte der Minister im Dezember. Mit raschen Beitragssteigerungen ist daher erst einmal nicht zu rechen.

 
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