Verband der Deutschen Aussenwirtschaft

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Anhaltend starke Verflechtung zwischen deutschen und österreichischen Unternehmen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: c.rogler   
Freitag, den 06. November 2015 um 14:25 Uhr

(AHK Österreich/gtai.de) Die Auslandsverflechtung österreichischer Unternehmen ist weiter gewachsen. Im September 2015 veröffentlichten Daten zufolge brachte das Jahr 2013 erneut einen leichten Anstieg. Während sich die Anzahl der österreichischen Unternehmen, die einem ausländischen Konzern angehören, um 0,5 Prozent auf 10 160 erhöht hat, nahmen Auslandstöchter österreichischer Unternehmen sogar um 1,6 Prozent auf über 6000 zu. Deutschland fällt in beiden Fällen eine Schlüsselrolle zu.

Für den inländischen Arbeitsmarkt bedeutete die Zunahme des ausländischen Engagements in Österreich fast 13 000 zusätzliche Jobs (+2,3 Prozent) in auslandskontrollierten Unternehmen. Ihr Anteil an der gesamtösterreichischen Beschäftigung (in marktwirtschaftlich orientierten Unternehmen) erreichte damit knapp 20 Prozent.

 

Die sowohl bei den aus dem Ausland geführten Unternehmen im Inland als auch bei den Auslandstöchtern erhobenen Umsatzdaten waren neben der allgemeinen Entwicklung von einigen Sondereffekten geprägt. So gab es im Berichtsjahr 2013 laut Statistik Austria größere Übernahmen durch ausländische Konzerne in Österreich (Möbelhandel, Sportartikelhandel) und im Ausland (zum Beispiel Maschinenhandel). Andererseits machte sich im In- wie im Ausland die Entwicklung der Rohstoffpreise, insbesondere der Erdöl- und Erdgasprodukte, in den Ergebnissen der in diesem Bereich engagierten Handelsunternehmen deutlich bemerkbar. Insgesamt verzeichneten die auslandskontrollierten Unternehmen in Österreich 2013 einen Umsatzrückgang von 0,3 Prozent oder 775 Mio. Euro, die Auslandstöchter österreichischer Firmen ein Minus von 1,7 Prozent oder 6,7 Mrd. Euro.

 

Deutschland dominiert die geografische Orientierung der Auslandsverflechtung

Was die geografische Ausrichtung der aktiven und passiven Auslandsbeteiligungen betrifft, gab es 2013 nur wenige Veränderungen. Wichtigstes Partnerland ist nach wie vor mit Abstand Deutschland - sowohl für Auslandsbeteiligungen an österreichischen Unternehmen als auch für die aktiven Beteiligungen österreichischer Unternehmen im Ausland. Etwa 41 Prozent der Unternehmen in der Alpenrepublik, die 2013 unter ausländischer Kontrolle standen, gehörten zu einem deutschen Konzern. Bei den Beschäftigten betrug der Anteil sogar 48 Prozent. Dies ist unter anderem auf die starke deutsche Beteiligung im Einzelhandel zurückzuführen. Hinter Deutschland folgten bei den Inlandsbeteiligungen die Schweiz (11 Prozent der Beteiligungen, 9 Prozent der Beschäftigten in auslandskontrollierten Unternehmen), die USA (5 beziehungsweise 9 Prozent), Italien (6 beziehungsweise 5 Prozent) sowie die Niederlande und das Vereinigte Königreich.

In der Gegenrichtung repräsentierten die Beteiligungen in Deutschland 14 Prozent aller registrierten Fälle, die österreichische Unternehmen 2013 im Ausland hielten. Mit einem Anteil von 12 Prozent an den gesamten Beschäftigten in ausländischen Tochtergesellschaften (126 000 von knapp 1,1 Mio. Beschäftigungsverhältnissen) rangierte Deutschland allerdings nur knapp vor Ländern des zweiten Schwerpunkts der österreichischen Auslandsbeteiligungen, den mittel-, ost- und südosteuropäischen (Nachbar-)Ländern. An zweiter Stelle lag in diesem Vergleich 2013 die Tschechische Republik mit 10 Prozent der Auslandsbeschäftigten (108 000 Beschäftigungsverhältnisse). Danach folgten Rumänien mit 8,5 Prozent Anteil (92 000 Jobs) und Ungarn mit 7,7 Prozent (83 000 Jobs). Außerhalb der EU konzentrierten sich die österreichischen Auslandsbeteiligungen auf die Ukraine und Russland.

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 06. November 2015 um 14:27 Uhr