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Horizon 2020: Deutschland bleibt wichtigster Kooperationspartner Israels PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: c.rogler   
Freitag, den 11. März 2016 um 18:31 Uhr

Jerusalem (gtai.de) - Nach zwei Jahren Horizon 2020 zieht Israel positive Zwischenbilanz. Die Auszahlungen an israelische Teilnehmer übertrafen die Einzahlungen um 44 Prozent. Eine interessante Entwicklung ist der steigende Anteil der Industrie an den Mittelbewilligungen aus dem Programm. Was sich gegenüber dem 7. Rahmenprogramm dagegen nicht geändert hat: Deutschland bleibt das wichtigste Partnerland israelischer Unternehmen und Einrichtungen.

Die europäischen Programme für Forschung und Entwicklung, an denen Israel seit 1996 als assoziiertes Mitglied teilnimmt, sind für das Land eines der wichtigsten Instrumente internationaler Kooperation in diesem Bereich. Das ist auch bei Horizon 2020 der Fall. Nach Angaben des israelischen Direktorats für Israelisch-Europäische Forschung und Entwicklung (ISERD) hat Israel bis Ende 2015 Teilnahmegebühren von 194 Mio. Euro in die Programmkasse eingezahlt. Das war ein Fünftel der gesamten im Laufe des Programms auf Israel entfallenden Einzahlungen von 1,0 Mrd. Euro. Dieser Betrag entspricht fast einer Verdoppelung gegenüber dem 7. Rahmenprogramm - und zwar bei gleicher Laufzeit von jeweils sieben Jahren. Die Aufstockung ergibt sich aus dem Verteilungsschlüssel der EU-Kommission und beruht nicht auf einer Entscheidung einzelner Regierungen. Indessen ist anzumerken, dass auch Israels Anteil am Gesamtetat von Horizon 2020 mit 1,4 Prozent höher ist, als dies beim 7. Programm mit knapp 1,1 Prozent der Fall war.

 

Wie die Statistik erkennen lässt, lagen die an israelische Teilnehmer bis Ende 2015 getätigten Zahlungen um 44 Prozent über den Einzahlungen. Das war ein niedrigeres Verhältnis als beim 7. Rahmenprogramm. Indessen ist zu bedenken, dass Israels Teilnahme an Horizon 2020 wegen politischer Meinungsdifferenzen erst im Juni 2014, also ein halbes Jahr nach Beginn des Programms, offiziell vereinbart wurde. Deshalb kann sich das Verhältnis noch erhöhen.

Die intensive Teilnahme israelischer Unternehmen und Einrichtungen ist nicht nur von rein statistischer, sondern auch von wirtschaftlicher Bedeutung, inklusive für Israels ausländische Partner, die an Kooperation interessiert sind. Zu den Bereichen, in denen Israel bei Horizon 2020 am aktivsten ist, gehören die Informations- und Kommunikationstechnologie, Zukunftstechnologien, innere Sicherheit, multidisziplinäre Projekte, Nanotechnologie und Forschungsinfrastruktur.

Genaue Zahlen über gemeinsame Projektteilnahme von Partnern aus Israel und aus anderen Ländern lagen im Februar 2016 noch nicht vor. Bekannt ist, dass Deutschland in den ersten beiden Jahren von Horizon 2020 - ebenso wie im 7. Rahmenprogramm - Israels führendes Partnerland war. Rang zwei belegt das Vereinigte Königreich, gefolgt von Frankreich, den Niederlanden, Spanien und Italien. Im Rahmen des 7. Rahmenprogramms nahmen 1723 deutsche Teilnehmer an Projekten teil, an denen auch israelische Partner beteiligt waren, gefolgt vom Vereinigten Königreich (1358) und Italien (1206).

Eine wichtige Tendenz, die sich nach zwei Jahren abzeichnet, ist der steigende Anteil der israelischen Industrie an Horizon 2020. Während die Industrie beim 7. Rahmenprogramm nur einen Anteil von 23 Prozent an den an israelische Teilnehmer geflossenen Programmmittel hatte, waren es bei Horizon 2020 in den beiden ersten Jahren 34 Prozent.

Einer der Gründe dafür ist wahrscheinlich die bei Horizon 2020 gegenüber den Rahmenprogrammen stärkere Betonung der angewandten Forschung. Vor allem der innovativen israelischen High-Tech-Industrie bieten sich damit neue Chancen. Dadurch öffnen sich ausländischen Partnern mehr Möglichkeiten zur Kooperation mit der israelischen Industrie - auch wenn das Gros der Bewilligungen nach wie vor auf Hochschulen entfällt.

(Bild: Roger Mladek/pixelio.de)

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 11. März 2016 um 18:33 Uhr