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DIHK: Positiver Jahresstart deutscher Wirtschaftsbeziehungen mit Ägypten PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: c.rogler   
Freitag, den 03. Juni 2016 um 20:26 Uhr

 

(dihk.de) Einen „erstaunlich guten Jahresstart“ hat jetzt Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), den deutsch-ägyptischen Wirtschaftsbeziehungen attestiert.

Anlässlich des heutigen Round-Table-Gesprächs mit dem ägyptischen Handelsminister Tareq Qabil und der Ministerin für internationale Kooperation Sahar Nasr im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin nannte Treier dem „Handelsblatt“ aktuelle Zahlen.

„Im ersten Quartal 2016 verzeichneten die deutschen Ausfuhren nach Ägypten mit rund einer Milliarde Euro einen deutlichen Zuwachs von 13,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum“, berichtete der DIHK-Außenwirtschaftschef. Der Maschinen- und Kraftwerksbau stehe bei den Ausfuhrgütern an erster Stelle. Ein wichtiger Grund: „Ägypten hat in den vergangenen Monaten mehrere große Infrastrukturprojekte angeschoben, an denen sich auch deutsche Unternehmen beteiligen.“

So schreite etwa der Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten voran. „Im vergangenen Jahr gingen knapp 6900 Megawatt neu an das Stromnetz“, sagte Treier. „Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 3,8 Milliarden Euro.“ Bis 2018 seien Zusatzkapazitäten von weiteren 22 000 Megawatt geplant. Das Wachstum von Bevölkerung und Wirtschaftsleistung erfordere den Zubau neuer Kraftwerke und bringe auch Investitionen in die Übertragung und Verteilung des Stroms mit sich. Hier könnten auch deutsche Betriebe zum Zuge kommen, stellte Treier in Aussicht.

Allerdings bestünden im Land am Nil „noch große strukturelle Herausforderungen“. Damit die ägyptische Wirtschaft wieder Fahrt aufnehmen könne, sei gerade der weitere Ausbau der Infrastruktur von großer Bedeutung.

„Der Devisenmangel des Landes hemmt vor allem den Import von Kraftfahrzeugen“, sagte der DIHK-Außenwirtschaftschef. „Das verkrustete Subventionssystem für Energie und Lebensmittel sowie die hohe Staatsverschuldung stellen eine Belastung für die wirtschaftliche Entwicklung Ägyptens dar. Die in vielen Regionen instabile Sicherheitslage führt zudem erneut zum Einbruch der Tourismuszahlen.“

Treier zeigte sich aber optimistisch, dass sich nicht nur Ägypten, sondern die gesamte Region Nordafrika zumindest langsam stabilisiere. So bewerte im aktuellen AHK World Business Outlook knapp die Hälfte der deutschen Unternehmen in Nordafrika (Ägypten, Tunesien, Algerien und Marokko) die gegenwärtige Geschäftslage als gut.

An einigen Stellen haben sich demzufolge zuletzt Verwaltung und Sicherheitslage spürbar verbessert. „Allerdings sind die Hoffnungen auf große Wachstumssprünge angesichts des niedrigen Ölpreises noch gedämpft.“

(Bild: Katharina Wieland Müller/pixelio.de)

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 03. Juni 2016 um 20:28 Uhr