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Ägypten: Auch deutsche Bauwirtschaft kann von Großprojekten profitieren PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: c.rogler   
Sonntag, den 10. Juli 2016 um 09:33 Uhr

 

 

Kairo (GTAI) - Die positive Entwicklung der ägyptischen Bauwirtschaft bietet auch Geschäftschancen für deutsche Unternehmen. Während als Generalunternehmer meist einheimische Firmen auftreten, kommen ausländische Firmen in anspruchsvollen Spezialsegmenten wie Brücken- und Tunnelbau zum Zuge. Zentrale Informationen oder Internetplattformen für Ausschreibungen existieren bislang nicht.

Ausländische Bauunternehmen kommen in Ägypten wegen ihres besonderen Know-hows zum Zuge, sofern dies in einem Projekt gefragt ist. Somit übernehmen sie eher ergänzende als konkurrierende Aktivitäten. Das breite Spektrum und der langfristig wachsende Markt lohnen einen näheren Blick auf nahezu alle Baubereiche. Vor allem international und bilateral finanzierte Vorhaben sowie PPP bieten weiterhin Geschäftschancen.

Deutsche wie ausländische Firmen sind auf dem ägyptischen Markt aktiv, vor allem im Anlagenbau. Im Regelfall sind Generalunternehmen meist Firmen aus Ägypten, teilweise aus der Golfregion. Als Subunternehmer für anspruchsvolle Spezialsegmente (zum Beispiel Brücken, Tunnel, Staudämme) kommen ausländische Firmen zum Zuge. Ein Beispiel dafür war die Errichtung der zweiten Fahrrinne des Suezkanals, bei der deutsche Tunnelbohrtechnik zum Einsatz kam.

 

Das Feld für Kooperationen ist durchaus breit. Neben den klassischen Kooperationspartnern aus Europa und den USA treten zusehends asiatische Unternehmen in den Markt. Auch die Bildung von ägyptisch-ausländischen Joint Ventures für die Bewerbung bei Großprojekten mit hohen technischen Anforderungen ist nicht ungewöhnlich. Ein mögliches Feld für eine solche Zusammenarbeit bildet der afrikanische Markt.

 

Ägyptens große Baufirmen verfügen über nationale und internationale Erfahrung, auch in der Realisierung von Großprojekten. Die Einbindung internationaler Firmen schafft zusätzlich die Chance auf Bildung multinationaler Konsortien mit Zugang zu privatem Auslandskapital wie auch zu Entwicklungsbanken und Hilfsorganisationen. Internationale bilaterale Finanzierung über Entwicklungsdarlehen oder Zuschüsse bildet durchaus einen nicht zu unterschätzenden Türöffner für Firmen, die aus dem Geberland stammen, sei es als Baubeteiligte oder als Lieferanten von Maschinen, Ausrüstungen etc. Zu beobachten ist das beispielsweise bei Bauabschnitten für die Metro in Kairo oder bei verwandten Aufträgen.

Eine zentrale Ausschreibungsplattform gibt es nicht

Ausländische Unternehmen dürfen nur 10% ausländische Arbeitskräfte einsetzen, der Rest müssen Ägypter sein. Dies ist mit Blick auf die Branche und die Lohnkosten gerade von theoretischer Bedeutung, da regelmäßig nur Management, Aufsicht, Technik und Maschinen aus dem Ausland kommen. Über die Auswirkungen der Devisenknappheit auf die Importe benötigter Baumaschinen existieren unterschiedliche Auffassungen, Verzögerungen erscheinen aber möglich.

Für ausländische Interessenten relevante Ausschreibungen werden nach international üblichen Mustern durchgeführt. Im privaten Sektor gibt es durchaus langjährig erprobte Beziehungen, so zwischen Immobilienentwickler und Hauptauftragnehmern oder Consultants. Auch eingespielte Lieferketten und Subunternehmen sind normal.

Zentrale Informationen oder Internetplattformen für Ausschreibungen existieren bislang nicht. Ministerien, Gouvernorate, öffentliche Dienststellen und Unternehmen schreiben für ausländische Interessenten oft spät aus. Entsprechende Ankündigungen erfolgen meist in ägyptischen Zeitungen auf Arabisch, insbesondere im Bereich der Untervergaben. Große Tender werden auch in der Zeitung Al Ahram auf Arabisch und Englisch veröffentlicht. Das American Chamber of Commerce in Egypt bietet einen Tender Alert Service (TAS) für derzeit 17 Branchen/Sektoren an. Er speist sich unter anderem aus Auswertungen der Inlandspresse.

Eine Liste von Baufirmen findet sich auf http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=aegyptens-bauwirtschaft-bietet-chancen-fuer-spezialisierte-unternehmen,did=1489162.html

(Bild: Inessa Podushko/pixelio.de)

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 10. Juli 2016 um 09:35 Uhr