Verband der Deutschen Aussenwirtschaft

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Russland: Intakte Nachfrage nach deutschen Landmaschinen PDF Print E-mail
Written by c.rogler   
Saturday, 11 March 2017 06:48
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Moskau (GTAI) - Die deutschen Exporte von Maschinen und Anlagen in die Russische Föderation fielen 2016 um 6,6 Prozent, nach einem Einbruch von 26,8 Prozent im Vorjahr. Allerdings gab es auch Sparten mit deutlichen Zuwächsen: Besonders gut verkauften sich deutsche Landtechnik sowie Maschinen für die Bauwirtschaft und die chemische Industrie. Der Absatz von Werkzeugmaschinen enttäuschte dagegen.

Maschinen- und Anlagenbauer treffen in Russland auf eine fragile Konjunktur, gekennzeichnet durch widersprüchliche Entwicklungen in den verschiedenen Abnehmerbranchen. Dies führt zu höchst unterschiedlichen Exportergebnissen einzelner deutscher Maschinenbausparten. An dieser Situation dürfte sich auch 2017 nichts ändern.

Grundsätzlich fehlen Investitionen, um die Maschinennachfrage in voller Breite zu stärken. So schrumpften die Bruttoanlageninvestitionen gemäß den jüngsten verfügbaren statistischen Zahlen im Zeitraum Januar bis einschließlich September 2016 um 2,3 Prozent.

Maschinennachfrage in wenigen Branchen konzentriert

Ausnahmen bildeten die Landwirtschaft, die Nahrungsmittelindustrie, die Papier- und Zelluloseindustrie sowie die Chemiebranche, insbesondere die Sparten Pharma, Petrochemie und Kunststoffe. Hier wurden im vergangenen Jahr Kapazitäten erweitert und Anlagen modernisiert. Von den Investitionen profitierten deutsche Anbieter von Landtechnik, Verfahrenstechnik sowie Verpackungsmaschinen. Ihre Ausfuhren stiegen 2016 teilweise deutlich im Vergleich zum Vorjahr.

Der rasante Lieferzuwachs bei Landtechnik aus Deutschland überrascht kaum. So hält der Investitionsboom in der Landwirtschaft seit 2014 an, auch wenn er seinen Zenit höchstwahrscheinlich überschritten hat. Im Jahr 2016 ist die Landwirtschaft noch um 4,8 Prozent gewachsen. Für 2017 ist ebenfalls mit Produktionssteigerungen zu rechnen, wenn auch in abgeschwächter Form.

Wachstumsreserven zeichnen sich beispielsweise bei Maschinen und Anlagen für den Feldbau sowie für die Vieh-, Fleisch- und Milchwirtschaft ab. Eine boomende Landwirtschaft ist Voraussetzung für eine florierende Nahrungsmittelindustrie. Letzte legte 2016 um 2,4 Prozent zu. Hiervon konnten deutsche Hersteller von Nahrungsmittel- sowie Verpackungsmaschinen profitieren.

Russische Föderation: Einfuhr aus Deutschland (in Mio. Euro, Veränderungen in Prozent)

2015

2016

Veränderung (2016/2015)

Maschinen insgesamt

4.747,0

4.435,6

-6,6

davon

.Landtechnik

336,2

463,5

37,9

.Maschinen für Nahrungsmittel/Verpackung

313,6

325,6

3,8

.Bau- und Baustoffmaschinen

256,0

312,2

22,0

.Fördertechnik

342,5

283,8

-17,1

.Allgemeine Lufttechnik

264,1

250,5

-5,1

.Werkzeugmaschinen

372,5

245,3

-34,1

.Antriebstechnik

220,3

239,7

8,8

.Verfahrenstechnik

189,2

231,1

22,1

.Armaturen

221,6

204,7

-7,6

.Flüssigkeitspumpen

212,1

175,1

-17,4

Quelle: VDMA, 2017

Gestiegene Importe bei Antriebstechnik lassen sich mit dem aufgelösten Investitionsstau erklären, nachdem Geschäfte im Vorjahr weitgehend ausblieben. Im Jahr 2017 könnten die Einfuhren von Antriebstechnik sogar noch etwas zunehmen, da die deutschen Lieferungen im vergangenen Jahr zwar gestiegen sind, das Niveau jedoch unterhalb des Zwischenhochs aus 2014 blieb.

Hoher Import von Baumaschinen überrascht

Die deutlich gestiegenen Lieferungen von Bau- und Baustoffmaschinen haben Experten dagegen überrascht. Sie erklären sich die Zunahme mit einzelnen Projekten wie den aufwändigen Straßensanierungen im Vorfeld zur 869-Jahresfeier in Moskau. Für zusätzliche Nachfrage nach Maschinen sorgten auch der Hafenausbau am Schwarzen Meer und in Fernost sowie die Fertigstellung von Stadien und Flughäfen zur Vorbereitung der Fußball-WM 2018.

Insgesamt schrumpfte die Bauwirtschaft aber um 4,3 Prozent. Die Industrie für Baumaterial und Baustoffe brach sogar um 6,6 Prozent ein. Bei Produkten aus Beton, Gips und Zement lag der Rückgang bei 12,9 Prozent. Lediglich die Hersteller von Bauglas stachen mit einem Plus von 2,3 Prozent positiv hervor.

Für Werkzeugmaschinen fehlen Investitionen

Der deutsche Werkzeugmaschinenbau leidet seit Jahren an rückläufigen Bestellungen. Eine Reihe wichtiger russischer Abnehmerbranchen, darunter der russische Werkzeugmaschinenbau selbst, verharrt in Unterfinanzierung und Absatzflaute für die eigenen Produkte. Leichte Hoffnungen können deutsche Werkzeugmaschinenbauer aber aus dem neuen Schwung bei den Herstellern von Güterwaggons und Nutzfahrzeugherstellern schöpfen. Im Jahr 2016 stieg die Produktion von Güterwaggons um beinahe 29 Prozent und die von Nutzfahrzeugen um fast 7 Prozent, so das russische Statistikamt Rosstat.

(U.U.; Bild: Uschi Dreiucker/pixelio.de)

 

Last Updated on Saturday, 11 March 2017 06:52