Verband der Deutschen Aussenwirtschaft

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Dercks: Exportüberschuss ist Folge hoher Qualität deutscher Produkte PDF Print E-mail
Written by c.rogler   
Thursday, 27 April 2017 19:40
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(dihk.de) Den international immer wieder monierten hohen Saldo der deutschen Außenhandelsbilanz führt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) auf überlegene Qualität, vorteilhafte Wechselkurse und günstige Importgüter zurück. Gesenkt werden könne das Plus am besten durch ein investitionsfreundlicheres Umfeld.

"Der Exportüberschuss ist vor allem ein Beleg für die hohe Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte und Dienstleistungen. Sie werden weltweit wegen ihrer Qualität und Zuverlässigkeit gekauft", kommentierte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks die jüngste Außenbeitrags-Kritik aus Frankreich gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Der aktuell hohe Saldo sei aber auch die Folge zweier Sonderfaktoren, erläuterte er: "Zum einen sorgt die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank für einen günstigen Wechselkurs und erleichtert damit das deutsche Exportgeschäft. Zum anderen waren die Preise für Importgüter wie Öl und andere Rohstoffe im letzten Jahr ungewöhnlich niedrig, was die Preise der Einfuhren dämpft." Mit dem Auslaufen dieser Effekte werde sich der Ausfuhrüberschuss wieder verringern, so Dercks.

In den Exportdefiziten, die einige Länder verzeichnen, sieht der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer einen Hinweis auf deren Reformbedarf mit Blick auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit. "Die Antwort kann aber nicht sein, dass wir die Starken schwächen", betonte er. "Ein wichtiger Hebel für eine Absenkung des deutschen Handelsüberschusses ist vielmehr eine Stärkung der Investitionen hierzulande."

Mit besseren wirtschafts- und steuerpolitischen Rahmenbedingungen würden die hiesigen Unternehmen beispielsweise mehr in neue Fahrzeuge, Maschinen und Anlagen investieren – und damit auch die Importseite der Handelsbilanz stärken, so Dercks' Überlegung.

"Und der Staat muss nicht nur mehr Geld für Investitionen in Infrastruktur bereitstellen, sondern auch mit entsprechenden Planungskapazitäten dafür sorgen, dass diese Mittel tatsächlich in den Bau von Verkehrs- und Glasfaserinfrastruktur fließen."

 

(Bild: knipseline/pixelio.de)

 

Last Updated on Thursday, 27 April 2017 19:43