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DIHK: Günstige Rohstoffpreise könnten Weltkonjunktur eintrüben PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: c.rogler   
Dienstag, den 27. Juni 2017 um 07:49 Uhr

 

(dihk.de) Dass Erdöl derzeit sehr günstig ist, freut Verbraucher und Unternehmen – noch. Vor den Schattenseiten des Preisverfalls hat jetzt Volker Treier, Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), gewarnt.

Günstige Rohstoffe deuteten üblicherweise auf eine schwache Weltkonjunktur, erläuterte Treier der "Stuttgarter Zeitung". Dies gelte aber nicht für den aktuellen Ölpreis – der sei vor allem den Angebotsausweitungen geschuldet.

Zwar habe die Organisation erdölexportierender Länder vereinbart, die Ölproduktion des Kartells weiter zu drosseln. Dennoch sei das Angebot auf dem Markt sehr groß. Zum einen förderten einige Opec-Staaten wie Nigeria und Libyen wieder deutlich mehr Öl, berichtete der DIHK-Chefvolkswirt. Zum anderen erlebten die USA einen erneuten Fracking-Boom.

"Die Folge sind übervolle Läger und damit sinkende Preise", so Treier. "Das Ölpreis-Doping der deutschen Konjunktur geht also weiter." Die Milliarden-Entlastung freuten Unternehmen und Verbraucher in Deutschland und vielen anderen Ländern. "Für die Förderstaaten und deren Finanzlage bedeuten sie hingegen eine Belastung."

Und: Blieben die Preise langfristig unter der 50-Dollar-Marke, steige außerdem das Risiko, dass zu wenig in neue Bohrlöcher investiert werde und daraus in den nächsten Jahren ein Unterangebot mit stark steigenden Preisen entstehe.

"Das trifft dann auch einen großen Teil unserer Unternehmen", warnte Treier. "Denn auch wenn die Bedeutung von Öl für das Wirtschaftswachstum in Deutschland stetig abnimmt, bleibt Öl noch auf Jahre der wichtigste Energieträger, sowie für Verkehr und Chemie der zentrale Rohstoff."

 

(Bild: Katharina Wieland Müller/pixelio.de)

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 27. Juni 2017 um 07:52 Uhr